Anfänge der Demokratie
Ab 1911 bildete die Gemeinde Erkner einen eigenen Amtsbezirk, wodurch auch die Funktionen des Amts- und des Gemeindevorstehers zusammengeführt worden waren. Seit 1913 hatte diese Funktionen Wilhelm Möhricke inne.
Bereits 1912 hatte die Gemeinde einen Architektur-Wettbewerb für einen Rathausbau ausgeschrieben, dessen Entwürfe aber nie umgesetzt wurden. Als möglicher Standort wurde an die Fläche der damaligen Försterei nordwestlich der Straßenbrücke (am heutige Friedensplatz) gedacht.
Etwa zu dieser Zeit hatte die Gemeinde für ihre Verwaltung Räume in der Friedrichstraße 10 angemietet. Das Gebäude wurde jetzt als „Gemeindeamt“ bezeichnet. Es ist 1944 völlig zerstört worden. Da es auch die Gemeindekasse beherbergt hatte, waren die Kellerfenster vergittert, weshalb die Nutzer des darin eingerichteten Luftschutzkellers am 8. März 1944 nicht entfliehen konnten!
Die Gemeindevertretung (offiziell „Gemeindevorstand“) bildeten der hauptamtliche Gemeindevorsteher, vier Schöffen und 14 Gemeindevertreter, nur von Männern gewählt nach dem Dreiklassenwahlsystem. Auch alle Mitglieder waren Männer, meist Handwerksmeister und andere Gewerbetreibende, einige Rentiers oder Beamte, aber auch ein Arzt und der Direktor der hiesigen Rütgerswerke.
