Dienstleistungen
Im Dienstleistungsbereich hatte sich in Erkner eine breite Palette von Angeboten entwickelt – von Apotheke, Ärzten und Autovermietung über Bootsvermietung, Fuhrunternehmen, Masseur, Plätterei bis Sicherheitsdienst, Zahnarzt und Zeitungsverlag.




Neben den 13 Frisören (1939) ragten vor allem die gastronomischen Betriebe heraus. 1928 gab es 25 Gastwirtschaften – teilweise mit Hotelbetrieb. Dazu kamen 5 Konditoreien bzw. Cafés. 1939 waren es 29 Gastwirte, 3 Cafés und 3 private Mittagstische.




„Märkischer Hof“
Unüberschaubar war die Zahl der Anbieter von Unterkünften. Der „Fremdenverkehr“ war eine wichtige Säule der Wirtschaft Erkners, das mit der Eisenbahn, ab 1928/30 S-Bahn, sehr gut erreichbar ist. Wasser und Wald lockten besonders viele Berliner an. Viele Ausflugsdampfer und auch das Freibad waren sehr attraktiv. An schönen Sonntagen wurden am Bahnhof Erkner über 25.000 Besucher gezählt, am 8. Juli 1923 sogar 35.692!
Speziell der 1883 gegründete Verschönerungsverein Erkner, sowie der Gastwirte- und der Grundbesitzer-Verein engagierten sich für die Anziehungskraft unserer Gemeinde.
Für viel Aufregung sorgte im Sommer 1933 der Aufruf eines „amerikanischen Professors“* für ein „Naturheil- und Seebad Erkner“! Wochenlang waren zahlreiche Vereine und Gewerbetreibende sehr engagiert dabei und starteten verschiedene Aktionen zur „Hebung Erkners als Naturheilbad“. Aber bald war davon kaum noch etwas zu hören.
* Dieser Carl Schleusing (1865-1953) war ein Künstler aus Thüringen. Nach dem Weltkrieg war er zeitweilig in die USA ausgewandert, wo er sich in Naturheilkunde ausbilden ließ, promovierte und lehrte. 1933/34 kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich im benachbarten Hessenwinkel nieder. Die Aktivitäten in Erkner könnten also der Belebung seiner Geschäfte gedient haben.
