Frauen als Gewerbetreibende
Aus Unterlagen, z.B. Adressbüchern, lässt sich erkennen, dass in dieser Zeit Frauen die Verantwortung für Unternehmen übernahmen und zu Geschäftsinhaberinnen wurden. Wir finden z. B. im Jahr 1914 Frauen, die Inhaberinnen von Kolonialwarenhandlungen, Putzmacher- und Bekleidungsgeschäften, Wäschereien, Schneidereien, Pensionen, Restaurants und sogar Fuhrgeschäften waren. Auch als Hauseigentümerinnen werden sie in Adressbüchern aufgeführt.
Im „Rathmannschen Haus“, Friedrichstraße 50/Ecke Hübnerstraße (heute Fürstenwalder Straße), befand sich das „Kaufhaus L. Sontheim“, geführt von Frau Luise Sontheim.
Immer öfter führten jetzt Frauen die Geschäfte ihrer verstorbenen oder gefallenen Ehemänner weiter, wie z.B. Frau Marta Kiesewetter das Restaurant „Lindenhof“ oder Therese Buchholz das Speditions- und Fuhrgeschäft Buchholz, 1848 gegründet und damit eine der ersten Firmen in Erkner. Und ab 1935 leitete Elise Rill den bis heute bestehenden Familienbetrieb (seit 1979 unter ihrem Enkel Jörg Rintisch), den ihr Schwiegervater Otto Rill bereits 1888 von einem Tischler Tinius übernommen hatte.
In Werbeanzeigen war die Leitung durch Frauen aber meist nicht erkennbar. Else Rathmann war im Adressbuch für Erkner 1924 die erste und einzige Frau, die unter ihrem Namen warb.

von Frau Rathmann

Marta Kiesewetter
führte seit 1922 …

Therese Buchholz
führte seit 1929 …

