Wilhelm Möhricke, Erkners Amts- und Gemeindevorsteher 1913-1918
Wilhelm Möhricke, Erkners Amts- und Gemeindevorsteher 1913-1918

Zwischen Blüte und Katastrophe

Nach einer ungewöhnlich langen Friedensperiode ahnte wohl kein Erkneraner am Anfang des neuen Jahres 1914, welcher Weltenbrand bevorsteht.

Gerade in diesen Jahren seit 1871 hatte sich Erkner sehr stark verändert und – trotz Krisen und sozialen Problemen – eine erste Blüte erlebt. Die Zahl der Einwohner hatte sich mehr als vervierfacht, von 969 auf rund 4300! Die Zahl der Wohnhäuser war von 87 auf etwa 350 gestiegen.

Entwicklung der Bevölkerung Erkners 1900-1945

Die Bewohner verteilten sich vor allem auf die Ortsteile Erkner, Neubuchhorst und Neuseeland, die langsam zusammenwuchsen. Die Friedrichstraße entwickelte sich allmählich zum Ortszentrum, aber selbst dort säumten teilweise sogar noch Felder den Straßenrand. Erheblich dünner waren die Wohnplätze Wuhlhorst, Schönschornstein, Alte Hausstelle, Hohenbinde und Jägerbude besiedelt. In der Abgeschiedenheit von Alte Hausstelle errichtete das „Komitee zur Rettungsarbeit unter der weiblichen Jugend in Berlin“ seit 1909 das „Heim Gottesschutz“.

Auch nördlich des Flakenfließes standen erst wenige Häuser, alle nahe dem Bahnhof. Für das Gebiet der späteren Bahnhofsiedlung und die Berliner Straße gab es zwar erste Pläne, die jedoch dem Krieg zum Opfer fielen. An Karutzhöhe war noch lange nicht zu denken.