Personen

Kurzbiografien

Baumert, Adolf (1895 – 1969)

Adolf Baumert
Adolf Baumert

Adolf Baumert wurde 1895 als Sohn eines Angestellten in Wuppertal geboren. Schon im August 1914 war er Freiwilliger im 1. Weltkrieg und erlebte die Grausamkeiten des Krieges. In Moers gründete er eine Familie und arbeitete ab 1927 als Oberschullehrer. 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Nach einem Lazarettaufenthalt in Wiesbaden wurde er nach Berlin versetzt. Wegen massiver Luftangriffe wurde er mit seiner Kompanie in Ausweichquartiere nach Erkner und Grünheide verlegt.

Beim Bombenangriff auf Erkner am 8. März 1944 kamen auch viele seiner Kameraden ums Leben oder wurden verletzt. Unter seinem Kommando wurden Verschüttete gerettet, Tote geborgen und mit den Einheimischen Trümmer beseitigt sowie Behelfsheime errichtet.
Den Aufruf Hitlers zum totalen Krieg und das Volkssturm-Aufgebot wollte er nicht mehr befolgen. Er suchte sich in Erkner Verbündete (illegale Gruppe „O.I. 77“), um den sinnlosen Endkampf um Erkner im April 1945 zu verhindern. Das gelang zum Glück für die Bewohner. In der neuen Gemeindeverwaltung wurde er von Kommandant Sanin mit der Organisation von Kultur und Sport betraut. Er kehrte später zu seiner Familie nach Westdeutschland zurück, wo er 1969 verstorben ist. Seine mutige Tat fand bisher keine offizielle Würdigung in Erkner.

Behrendt, Charlotte (? – ?)

Charlotte Behrendt wurde als Charlotte Clara Anna Krause geboren. Leider haben wir von ihr keine Informationen über ihre Lebensdaten oder zu ihrer Herkunft.

Ab 1919 hatte die inzwischen verheiratete Charlotte Vogel in Erkner eine „Zahnpraxis“, wahrscheinlich in der Friedrichstraße 54 (spätestens ab 1924 dort nachweisbar). Damit war sie neben einigen Hebammen eine der ersten Medizinerinnen in Erkner. Sie trug die Berufsbezeichnung „Dentistin“. Während dies in anderen Ländern die reguläre Bezeichnung für Zahnärzte ist, wurden in Deutschland so Zahnheilkundige ohne Studium benannt. Sie durften nach erfolgreichem Besuch einer Dentistenschule Patienten behandeln.

AAE 27.09.1930
AAE 27.09.1930

1930 heiratete die geschiedene Charlotte Vogel, geb. Krause, den verwitweten Kaufmann Friedrich Behrendt aus Berlin, der sich in Erkner niederließ.

Ihre Zahnpraxis führte Charlotte Behrendt auch nach 1945 weiter. Da das Haus am 8. März 1944 zu den wenigen nicht zerstörten im Zentrum gehörte, hatte ihre Praxis nun zunächst die Adresse Hauptstraße 54, dann Karl-Marx-Straße 54.

Später trug Frau Behrendt sogar die Berufsbezeichnung „Zahnärztin“, da in der DDR ab 1949 Dentisten mit Berufserfahrung und entsprechender Weiterbildung in die Zahnärzteschaft übernommen werden konnten.

Bis mindestens 1966 lässt sich Charlotte Behrendt im Telefonbuch als wohnhaft in Erkner nachweisen.

Beier, Udo (1911 – 1999)

Udo Beier etwa Mitte der 1980er
Udo Beier

Udo Beier wurde 1911 als Sohn des Sägewerkbesitzers Carl Beier geboren, der in der Uferstraße in Erkner lebte. Er begann seine Ruderkarriere in der Deutschen Rudergesellschaft in Erkner und wurde bald Mitglied der Berliner Rudergesellschaft Wiking.

Trotz des hartnäckigen Gerüchts, Beier habe 1936 als Mitglied des deutschen Ruder-Achters bei den Olympischen Spielen in Berlin-Grünau eine Goldmedaille gewonnen, ist er nicht in der offiziellen Bootsbesatzung zu finden. Der deutsche Achter errang in diesem Jahr Bronze hinter den USA und Italien.

Im Jahr 1937 erlangte Beier jedoch internationale Anerkennung, als er Teil des siegreichen Wiking-Achters war, der in Amsterdam und bei der renommierten Henley-Regatta in London triumphierte. Dies war auch sein 25. Sieg im Wiking-Achter.

Siegermedaille des Grand Challenge Cup
Siegermedaille Grand
Challenge Cup

Mit dem Erfolg in London bei der traditionsreichen, seit 1839 stattfindenden Regatta auf der Themse gewann erstmals ein deutsches Boot den besonders prestigeträchtigen „Grand Challenge Cup“ für die Achter der Männer. Beier blieb dem Rudersport bis zu seinem Tod 1999 verbunden.

Boblenz, Marianne (1878 – 1960)

Marianne Boblenz, 1903
Marianne Boblenz,
1903

Marianne Boblenz, geborene Schubert, wurde 1878 in Wolmirstedt bei Magdeburg geboren und verstarb 1960 (wahrscheinlich) in Erkner. Sie war eine Malerin und Grafikerin, die sich auf Landschafts- und Stilllebenmalerei spezialisierte.

Sie studierte bei Leo von König an der Mal- und Zeichenschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen, dem sie ab 1915 angehörte. Sie war u.a. im Reichsverband bildender Künstler Deutschlands und der Vereinigung bildender Künstler Berlins aktiv.

Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Maler Maximilian Boblenz (1869–1936), lebte sie ab 1910 in der Flakenstraße 15 in Erkner. Dort wuchsen ihre vier Kinder und ein Enkel auf.

In den 1920/1930er Jahren finden sich auch in der hiesigen Lokalpresse diverse Hinweise auf Ausstellungen ihrer Werke, u.a. in Berlin und Erkner. Nach dem Ende des NS-Staats arbeitete sie in Erkner weiter als freischaffende Malerin, Grafikerin und Zeichnerin. Ihre häufigsten Bildmotive waren unspektakuläre Landschaften und Stillleben. Für 1956 ist der Ankauf mindestens eines ihrer Bilder durch den Kulturfonds der DDR belegt.

2009/2010 wurde ihr ungeordneter Nachlass durch den Heimatverein Erkner gesichtet und in einer Ausstellung unter dem Titel „Geborgene Schätze“ präsentiert. Dabei wurden zahlreiche Skizzen, Schriftstücke und Fotografien aus ihrem Leben gezeigt, darunter auch die Totenmaske ihres Mannes, die sie 1936 angefertigt hatte.

Bork, Paul (1889 – 1987)

Paul Bork
Paul Bork

Paul Bork wurde 1889 in Kyritz in der Prignitz als Sohn eines Drechslermeisters geboren. Von 1903 bis 1906 besuchte er die Präparandenanstalt und anschließend das Königliche Lehrerseminar in Kyritz. 1909 bestand er die erste Lehrerprüfung und begann seine berufliche Laufbahn an der Volksschule in Kalkberge, später an der Stadtschule in Kyritz. 1912 bestand Bork die zweite Lehrerprüfung und nahm eine Stelle an der Deutschen Schule in Kairo an. Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste er jedoch seine Tätigkeit in Ägypten aufgeben und kehrte 1914 in den preußischen Schuldienst zurück, wo er eine Lehrerstelle in Erkner übernahm.

Während des Ersten Weltkriegs war Bork von 1915 bis 1917 als Infanterist zum Kriegsdienst eingezogen, nachdem er zuvor als dienstuntauglich galt. Nach dem Krieg kehrte er in den Schuldienst zurück und wurde 1922 zum Konrektor und 1929 zum Rektor der Volksschule in Erkner berufen.

Am 1. August 1933 wurde Rektor Bork durch die Nationalsozialisten von seinen Dienstgeschäften beurlaubt und schließlich am 1. Oktober 1933 aus dem Schuldienst entlassen.

Nach dem Einmarsch der Roten Armee setzte ihn Ortskommandant Sanin am 21. April 1945 als Bürgermeister von Erkner ein. Krankheitsbedingt musste er das Amt aber nach wenigen Tagen niederlegen. Im Mai wurde ihm die Leitung der beiden Schulen Erkners übertragen. Bis 1948 war er der erste Schulleiter der Volksschule. Paul Bork ist 1987 verstorben.

Dr. Buche, Dora (1911? – ?)

Dora Buche, 1934, in der Buchhorster Straße
Dora Buche, 1934

Dora Buche wurde etwa 1911 geboren und wuchs in Erkner auf. Ihre Eltern Paul und Else Buche hatten 1910 noch in Berlin geheiratet und 1912 in Erkner im Haus Friedrichstraße 20/Ecke Seestraße ein Textilgeschäft eröffnet. 

Bereits 1922 starb ihr Vater im Alter von nur 37 Jahren. Doras Mutter Else führte das Geschäft weiter unter dem Namen „Paul Buche“. Daneben existierte in der Friedrichstraße 60 (später in der Nr. 16) noch ein Hut-, Putz- und Wäschegeschäft Buche, geführt von Doras Tante Martha (auch Marta). Diese hatte wie ihre Schwester Else einen Herrn Buche geheiratet, nämlich den Bruder von Doras Vater Paul, Max Buche.

Am 21. März 1930 meldete der Allgemeine Anzeiger: „Die Reifeprüfung an der Friedrichschule in Friedrichshagen bestand Fräulein Dora Buche aus Erkner“ und auch, dass sie „sich dem Studium der Rechts- und Handelswissenschaften“ zuwenden wolle.

1935 legte Dora Buche zum Abschluss des Studiums an der Universität Halle ihre Dissertation „Der Strohmann im Handelsverkehr“ vor, der 1937 eine zweite zum Thema „Die Auskunftspflicht der Miterben untereinander“ folgte. Damit dürfte sie die erste Juristin – noch dazu mit Doktortitel – aus Erkner gewesen sein! Ihr weiterer beruflicher Werdegang ist jedoch unklar. 

Geschäftshaus Buche, Friedrichstr. 20/Ecke Seestr.
Geschäftshaus
Buche

Etwa 1942 heiratete Dr. Dora Buche den Leipziger Otto Brückner, der zu dieser Zeit als Leutnant an der Ostfront und bald in sowjetischer Kriegsgefangenschaft war. 

Am 8. März 1944 gehörte das Haus der Familie Buche Friedrichstraße 20 zu den vielen zerstörten in Erkner, ebenso das Geschäft von Doras Tante Martha. Das „Textilhaus Buche“ blieb – nun in der Nr. 53b – für viele Jahre eine Institution in Erkner.

Büchel, Franz

XXX

Dames, Franz (1892-1953)

Franz Dames
Franz Dames

Franz Dames kam 1892 als Sohn eines Werkzeugmachers in Spandau zur Welt. Nach seiner Ausbildung zum Volksschullehrer 1907-13 in Jüterbog arbeitete er bis zum Kriegsbeginn in Brodowin bei Chorin. Von 1914 bis 1918 war er Soldat. Am 1. Januar 1919 wurde er Lehrer an der Volksschule in Erkner. Hier trat er in die SPD ein. Politisch aktiv war er in Erkner als Gemeindevertreter, Mitglied der Schuldeputation und der Baukommission sowie in anderen Kommissionen, sowie Vorstandsmitglied der Siedlungsgenossenschaft „Eigenheim“.

1933 wurde er verhaftet und im KZ Oranienburg inhaftiert. Als Sozialdemokrat wurde er aus dem Schuldienst entlassen und später für „wehrunwürdig“ erklärt. Seine Dienstverpflichtung mußte er 1942 bei der Feuerwehr erfüllen. Im April 1945 wurde Dames zum Bürgermeister von Erkner bestimmt. Sofort begann er mit dem Aufbau der Gemeindeverwaltung. Im Juli wurde er von der Provinzialverwaltung mit der Leitung des Forstamtes in Erkner betraut. Zum 1. September 1946 wurde ihm die Leitung der Zentralschule in Großbeeren übertragen. Franz Dames ist 1953 verstorben.

Dr. Drexler, Irmine Barbara (1891 – 1981)

Dr. Irmine B. Drexler
Dr. Irmine Barbara
Drexler

Irmine Barbara Drexler wurde 1891 als Tochter einer im pfälzischen Pirmasens ansässigen jüdischen Lederhändlerfamilie geboren. Nach ihrem Krankenschwesterexamen 1912 und dem Abitur 1919 studierte sie Medizin und promovierte 1929 in Tübingen zur Dr. med.

Anfang 1932 eröffnete Frau Dr. Drexler eine Praxis als praktische Ärztin und Geburtshelferin in Neu Zittau, Spreebordstr. 4, die sie 1934 nach Erkner in die Gartenstraße 1/Ecke Waldstraße (heute Heinrich-Heine-Straße) verlegte.

Es ist unklar, bis wann Frau Dr. Drexler als Jüdin ihren Beruf ausüben konnte, denn bereits Ende April 1933 war jüdischen Ärzten die kassenärztliche Zulassung entzogen worden, so dass sie nunmehr allein auf Privatpatienten angewiesen waren. Da Frau Drexler aber als Krankenschwester freiwillig „ab Juli 1915 in Kriegslazaretten der östlichen und westlichen“ Front im Einsatz war, galt für sie wahrscheinlich die vorläufige Ausnahmeregelung dieser NS-Gesetze für jüdische Beamte, Anwälte und Ärzte, die im 1. Weltkrieg im Fronteinsatz waren.

AAE, 05.01.1934
AAE, 05.01.1934

Unter Umständen hängt mit den Beschränkungen ab 1933 die Verlegung ihrer Praxis 1934 nach Erkner zusammen. Mindestens bis 1935 ist sie hier nachzuweisen, 1938 einmalig lt. Adressbuch in Berlin-Wilmersdorf.

Ende September 1938 wurde allen jüdischen Ärzten die Approbation entzogen. Nur noch wenige erhielten eine „widerrufliche Genehmigung“, als „Krankenbehandler“ ausschließlich jüdische Patienten zu behandeln.

Etwa zu dieser Zeit ist Frau Dr. Drexler nach Schweden geflohen, wo sie 1981 in Stockholm verstorben ist.

Hermann Dummersdorf (1890–1971)

Hermann Dummersdorf leistete seinen Militärdienst bei einer reitenden Abteilung des Artillerie-Regiments in Potsdam, wo er als Leutnant entlassen wurde. Während des 1. Weltkriegs nahm er aktiv am Kriegsgeschehen teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Gemeindeamt Erkner, Friedrichstraße 10 (rechter Bildrand, gegenüber unser Maulbeerbaum)
Gemeindeamt,
Friedrichstraße 10
(rechter Bildrand)

Nach dem Krieg trat er in den öffentlichen Dienst ein und war ab 1927 bei der Gemeindeverwaltung Erkner tätig. 1930 übernahm er die Leitung des Wohlfahrtsamts und bewältigte diese Aufgabe mit großem Engagement, besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Im 2. Weltkrieg wurde er nach dem Bombenangriff auf Erkner am 8. März 1944 vom Wehrdienst freigestellt, um für die betroffene Bevölkerung die sozialen Belange abzusichern. 1945 wurde er zum Führer der hiesigen Volkssturm-Einheit von Zivilisten aus Erkner, Woltersdorf und Nachbarorten eingesetzt, deren Kampfeinsatz als „letztes Aufgebot“ er aber unterband. Gemeinsam mit Hauptmann Baumert und einer illegalen Organisation „O.I. 77“ verhinderte er die sinnlose Verteidigung und damit endgültige Zerstörung Erkners beim Einmarsch der Roten Armee am 21. April 1945.

Fitsch, Siegfried (1890 – 1969)

Siegfried Fitsch, 1936
Siegfried Fitsch

Siegfried Fitsch wurde 1890 in Berlin als Sohn eines Gärtners geboren. Nach Abschluss der Volksschule erlernte er den Beruf des Tischlers. Über seine berufliche Laufbahn und seinen Weg zum Gemeindeobersekretär in Erkner ist wenig bekannt.

Während des 1. Weltkrieges war er Soldat. Bereits im September 1914 wurde er schwer verwundet.

Unklar ist, ob es sich bei dem im November 1918 genannten Mitglied Fitsch des Arbeiter- und Soldatenrates, der in Erkner die Kontrolle übernahm, um Siegfried Fitsch handelt.

Spätestens im Frühjahr 1919 ist er aber in Erkner im Verwaltungsdienst nachzuweisen, 1924 als Gemeinde-Assistent, 1928 als Gemeindeobersekretär.

Fitsch engagierte sich früh gewerkschaftlich im Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, der später in den Gesamtverband der Arbeitnehmer der Öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs aufging. In diesem Gesamtverband übernahm Fitsch die ehrenamtliche Position des Vorsitzenden der Organisation in Erkner. Zeitweilig wirkte er auch als Vertreter der SPD in der Gemeindevertretung, ab 1927 sogar als Schöffe.

Am 21. März 1933, dem „Tag von Potsdam“, wurde Siegfried Fitsch als einer der ersten politischen Häftlinge in das Konzentrationslager Oranienburg gebracht. Der genaue Grund für seine Inhaftierung konnte nicht geklärt werden, allerdings ist anzunehmen, dass seine führende Position in der Gewerkschaftsbewegung der Anlass war. Er wurde nach wenigen Tagen wieder entlassen.

Nach der Kapitulation 1945 übernahm Fitsch die Position des Dezernenten für Ernährung unter Bürgermeister Franz Dames, in der er sich durch besondere Leistungen auszeichnete, wie etwa die Beschaffung von 400 Zentnern Kartoffeln und 200 Zentnern Zucker aus Tangermünde.

1945 gehörte er zu den Wiederbegründern der SPD in Erkner und wurde im Dezember desselben Jahres zum Vorstandsmitglied des FDGB gewählt. Nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD schloss er sich der SED an. Siegfried Fitsch starb 1969 in Erkner.

Dr. Friedrich, Alfred (1872 – 1945)

Dr. Alfred Friedrich, 1937
Dr. Alfred Friedrich

Alfred Friedrich wurde 1872 in Gleina bei Freyburg (Unstrut) als einziger Sohn eines Gutsbesitzers geboren. Auf dem Gymnasium zu Altenburg legte er 1889 sein Abitur ab und wandte sich in verschiedenen Apotheken der Apothekerausbildung zu. 1893/94 absolvierte er seinen Wehrdienst, studierte ab 1896 an der Universität München Pharmazie und bestand nach drei Semestern das Staatsexamen. 1899 schrieb sich Friedrich an der Universität Heidelberg ein, wo er 1901 promovierte. Nach seinem Studium und der Approbation arbeitete er zunächst als Apotheker in Bernau.

Anfang 1912 kaufte Dr. Friedrich in Erkner die seit 1893/94 an der Ecke Friedrich- und Viktoriastraße 6 (heute Wollankstraße) existierende Apotheke, die ab dem Sommer den Namen „Friedrich-Apotheke“ führte. Das Gebäude, das er später aufgestockt hatte, wurde beim Bombenangriff am 8. März 1944 völlig zerstört. Dr. Alfred Friedrich starb 1945.

Göhring, Else (1897 – 1981)

Else Göhring
Else Göhring

Else Göhring wurde als Else Käthe Partz am 13.06.1897 in Berlin als drittes von 11 Kindern eines Mechanikers und einer Heimarbeiterin geboren.

Nach dem Besuch der Volksschule musste sie mit 14 Jahren „in Stellung gehen“, also die Hausarbeit in fremden Haushalten völlig selbständig übernehmen. 1913 begann sie eine Lehre sie Verkäuferin im Schuhhaus Leiser. Ab 1917 war sie Arbeiterin in der Rüstungsindustrie. Spätestens seit dieser Zeit betätigte sie sich aktiv in der Gewerkschaft, ab 1918 in der SPD und dann im Spartakusbund. Nach der Gründung der KPD wurde sie Funktionärin für Frauen- und Kinderarbeit im Unterbezirk Berlin-Mitte.

Seit 1925 wohnte Else Partz in Erkner bei ihrem späteren Ehemann Hans Göhring, den sie 1934 heiratete. 1929 wurde sie in die Gemeindevertretung Erkners als eine von 3 KPD-Abgeordneten gewählt.

Else Partz kandidierte Anfang März 1933 für die Wahl zum preußischen Landtag, wurde aber bereits Ende Februar 1933 verhaftet, von der SA verprügelt und zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Nach ihrer Haftentlassung stand sie unter Polizeiaufsicht, weshalb sie mit Hans Göhring nach Berlin umzog und mehrfach die Wohnung wechselte. Dort engagierte sie sich im illegalen Widerstand, so 1943/44 in der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation.

Nach dem Kriegsende 1945 kehrte das Ehepaar nach Erkner zurück und wirkte in der neugebildeten Gemeindeverwaltung, Else Göhring leitete als Arbeits-Dezernentin das Arbeitsamt. Ab 1951 war sie bis zu ihrer Invalidisierung stellvertretende Landrätin im neugebildeten Kreis Fürstenwalde. 

Göhring, Hans (1895 – 1973)

Hans Göhring
Hans Göhring

Geboren als Sohn eines Webers in Erkner, besuchte Hans Göhring die Volksschule und erlernte das Tischlerhandwerk. Bereits in jungen Jahren politisch engagiert, trat er mit 15 Jahren der Sozialistischen Arbeiterjugend bei und wurde 1911 Mitglied des Holzarbeiterverbandes. 1915 trat Göhring der SPD bei. Während des Ersten Weltkriegs wurde er zum Militär eingezogen.

Nach dem Krieg schloss er sich der USPD an, wo er in Erkner zum zweiten Vorsitzenden der Ortsgruppe gewählt wurde. Später wechselte er zur KPD und übernahm dort den Vorsitz der Ortsgruppe Erkner. Göhring engagierte sich intensiv in innerparteilichen Auseinandersetzungen, unter anderem gegen verschiedene linke und rechte Strömungen innerhalb der KPD. 1923 wurde er aufgrund seiner politischen Aktivitäten während des Hamburger Aufstands zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Trotzdem blieb er bis 1933 eine zentrale Figur der KPD in Erkner. Ab 1924 war Gemeindevertreter, ab 1929 sogar Schöffe. 1925 und 1929 wurde er als Abgeordneter in den Kreistag Niederbarnim gewählt.

Nach seiner erneuten Verhaftung durch die Nationalsozialisten Ende Februar 1933 wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Haftentlassung wohnte er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Else Partz unter Polizeiaufsicht in Berlin. Beide heirateten 1934 in Berlin. Während des Zweiten Weltkriegs knüpfte Göhring Kontakte zur Saefkow-Gruppe, einer Widerstandsorganisation gegen das NS-Regime, und beteiligte sich aktiv an deren illegalen Aktivitäten.

Nach Kriegsende kehrte Göhring nach Erkner zurück und übernahm den Aufbau der Polizei. Er spielte eine führende Rolle beim Wiederaufbau der KPD in Erkner und beteiligte sich aktiv an der Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED. In den folgenden Jahren hatte er verschiedene politische und administrative Funktionen inne, darunter ab 1953 die des Bürgermeisters von Erkner, bis er sich 1954 aus gesundheitlichen Gründen zurückzog. Ab 1952 war er Mitglied der Kreisparteikontrollkommission. Hans Göhring starb 1973.

Dr. Grohn, Hans (1898 – 1972)

Hans Grohn wurde 1898 in Stolp/Pommern (heute: Słupsk) geboren. Er studierte Chemie und promovierte 1927 an der Berliner Universität. Anschließend arbeitete er als Chemiker in verschiedenen Industriebetrieben. Ab 1932 war er in den Greif-Werken in Goslar tätig. Am 1. März 1936 wechselte er zur Bakelite-Gesellschaft nach Erkner.

Mitte der 1930er Jahre leistete er Widerstand gegen das NS-Regime und wurde mehrfach von der Gestapo verhaftet.

Bakelite Werk I, Flakenstraße
Bakelite Werk I,
Flakenstraße

Am Kriegsende 1945 war Grohn einer der wenigen in Erkner verbliebenen Chemiker. Ihm wurde die Leitung der Bakelite-Gesellschaft übertragen. Die Werksanlagen wurden aber für die Sowjetunion demontiert und der Betrieb enteignet. Erst allmählich konnte im alten Werk in der Flakenstraße wieder eine Produktion aufgebaut werden.

Ab 1950 wechselte Dr. Grohn von der Industrie in die Lehre. Zunächst war er bis 1958 Professor für Organische Chemie an der Brandenburgischen Landeshochschule bzw. Pädagogischen Hochschule Potsdam. Ende 1958 wurde er an die Technische Hochschule für Chemie Leuna-Merseburg berufen, wo er einen Lehrstuhl für Chemische Technologie erhielt und Direktor des neu gegründeten Instituts für Chemie und Technologie der Hochpolymere wurde. Dr. Hans Grohn starb 1972 in Zeuthen.

Habel, Richard (1880 – 1942)

Werbung in einem Reiseführer von 1913
Werbung in einem
Reiseführer von
1913

Richard Habel wurde 1880 in Berlin geboren und verstarb 1942 in Erkner. Seit 1905 war er in Erkner ansässig und gründete hier im Jahr darauf sein Baugeschäft, das bald zu den bekanntesten der Region gehörte.

Neben seiner Tätigkeit als Baumeister engagierte sich Habel auch aktiv im Gemeindeleben, so ab 1910 als Gemeindevertreter sowie in zahlreichen Vereinen. 1919 wurde er als einziger in die Gemeindevertretung wiedergewählt, in der er bis 1933 das besonders wichtige Amt eines Schöffen ausübte. Sein Wirken wurde jedoch von politischen Kontroversen begleitet, wie etwa im März/April 1933, als Erkners Nationalsozialisten massiv seine Aufstellung als bürgerlicher Vertreter zur Schöffenwahl bekämpften.

Habel hinterließ zahlreiche Bauwerke in Erkner, an denen er maßgeblich beteiligt war, darunter das Bakelitewerk I in der Flakenstraße, das Sparkassengebäude oder den Luthersaal der evangelischen Kirche.

Hapke, Wilhelm (1880 – 1961)

Wilhelm Hapke
Wilhelm Hapke

Wilhelm Hapke wurde 1880 in eine traditionsreiche Bauernfamilie in Winsen (Aller) im Kreis Celle geboren. Nach seiner Ausbildung an der königlichen Präparandenanstalt in Diepholz und dem Seminar in Verden, begann Hapke seine berufliche Laufbahn im Volksschuldienst seiner Heimatprovinz. Im Jahr 1903 leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger im 5. Bayerischen Infanterie-Regiment in Bamberg.

Sein weiteres Studium absolvierte Hapke an den Universitäten in Kiel, Marburg und Neuchâtel (Schweiz), wodurch er sich die Lehrbefähigung für mittlere und höhere Mädchenschulen sowie die Qualifikation zur Leitung von Schulen mit fremdsprachlichem Unterricht erwarb. Seine Fächer waren Deutsch, Französisch und Englisch.

Höhere Knaben- und Mädchenschule in Erkner, ab Ende 1927 "Theodor-Fontane-Schule"
Höhere Knaben-
u. Mädchenschule
in Erkner

Wilhelm Hapke wechselte 1910 nach Erkner und wurde aus 70 Bewerbern zum Leiter der neu gegründeten Höheren Knaben- und Mädchenschule in Erkner gewählt und berufen. Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg, in dem er von 1914 bis 1918 als Frontsoldat diente, übernahm er erneut die Leitung der Schule und wurde 1920 offiziell zum Direktor ernannt. Von 1922 bis 1933 war er Vorsitzender des Verbandes höherer Knaben- und Mädchenschulen und nahm an den Ministerial-Konferenzen zur Schulreform teil. Neben seiner schulischen Tätigkeit war Hapke auch im kulturellen und gesellschaftlichen Leben von Erkner aktiv. Er war langjähriger bürgerlicher Gemeindevertreter und Mitglied des Gemeindekirchenrates sowie Synodalvertreter. In den 1930er Jahren wirkte er sich als Sachbearbeiter für Rektoratsschulen im Nationalsozialistischen Lehrerbund.

Direktor Hapke wurde nach der sowjetischen Besetzung 1945 seines Schulleiterpostens enthoben und hatte im Rahmen der Entnazifizierung nur geringe Chancen auf Wiedereinstellung in der Sowjetischen Besatzungszone. Daher siedelte er und seine Familie in den Westen über, in seine Heimat Winsen (Aller), wo er seinen Beruf als Lehrer an der Mittelschule wieder aufnahm.

Wilhelm Hapke verstarb als Pensionär im Jahre 1961 in seinem Heimatort.

Dr. Hönigsberg, Egon (1899 – 1949)

Egon Hönigsberg wurde 1899 in Bernkastel an der Mosel geboren. Nach seinem Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg absolvierte er ein Medizinstudium und promovierte im August 1924 an der Universität Bonn.

Als praktischer Arzt ließ er sich 1925 mit seiner Familie in Erkner nieder, zunächst Am Rund 18, dann im Siedlerweg 14. Er war bekannt für sein soziales Engagement und behandelte arme Patienten oft kostenlos. Zeitzeugen beschrieben ihn als einen Arzt, der sich stark für die Gemeinschaft einsetzte und sogar bedürftige Kinder zu seinem Mittagstisch einlud. Er war auch Arzt der Freiwilligen Arbeiter-Samariter-Kolonne Erkner.

AAE, 27.07.1933
AAE, 27.07.1933

Schon am 22. April 1933 wurde per Verordnung des Reichsarbeitsministeriums die „Tätigkeit von Kassenärzten nicht arischer Abstammung sowie von Kassenärzten, die sich im kommunistischen Sinne betätigt haben“ verboten. Dr. Hönigsberg hoffte zunächst auf die Ausnahmeregelung für Ärzte, die wie er im 1. Weltkrieg im Fronteinsatz gewesen waren. Aber bereits im August 1933 floh die jüdische Familie vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina, wo Dr. Hönigsberg 1949 nach zweieinhalbjähriger Krankheit verstarb.

Janowski, Emma (1897 – nach 1990)

Emma Janowski an ihrem 93. Geburtstag 1990
Emma Janowski,
1990

Emma Janowski verkörpert ein typisches Frauenschicksal aus ihrer Zeit. Sie heiratete 1916 einen wesentlich älteren Kriegsversehrten. Unter vielen Entbehrungen und im jahrelangen Streit mit den Behörden bauten sie ein Häuschen, das dem Angriff am 8. März 1944 zum Opfer fiel.

Nach dem Selbstmord ihres Mannes blieb sie mit vier Jungen allein und schlug sich als Arbeiterin mit den verschiedensten Tätigkeiten durch das Leben.

Der aus Erkner stammende Journalist Fred Seeger widmete Frau Janowski in der DDR-Wochenzeitung „Wochenpost“ ein ausführliches Porträt („Die alte Janowski“), das er leicht bearbeitet im hiesigen Lokalanzeiger, Ausgabe 15.-22.11.1990, nochmals veröffentlichte.

Prof. Dr. Kiekebusch, Albert (1870 – 1935)

Prof. Albert Kiekebusch
Prof. Dr. Albert
Kiekebusch

Albert Kiekebusch wurde 1870 in Waßmannsdorf im Kreis Teltow als Sohn eines Kleinbauern geboren. Nachdem er sich von 1884 bis 1890 in Köpenick zum Volksschullehrer qualifiziert hatte, arbeitete er 14 Jahre lang in diesem Beruf und bildete sich kontinuierlich weiter. Sein Studium der deutschen Vorgeschichte an der Berliner Universität führte 1908 zur Promotion, der ersten eines Prähistorikers. Als Leiter der Vorgeschichtlichen Abteilung des Märkischen Museums in Berlin baute er diese auf und erlangte überregionales Ansehen durch systematische Grabungen in der märkischen Heimat. Seine Arbeit trug wesentlich zur Weiterentwicklung der Fachwissenschaft Ur- und Frühgeschichte bei.

Prof. Kiekebusch war auch als Pädagoge und Publizist tätig, wodurch er zahlreiche Prähistoriker und ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger ausbildete und seine Erkenntnisse einem breiten Publikum vermittelte.

Albert Kiekebusch kaufte 1916 ein Grundstück in Erkners Ortsteil Hohenbinde, wohin die Familie nach seinem Kriegsdienst 1917/18 an der Ostfront 1919 komplett übersiedelte.

Albert Kiekebusch verstarb 1935 in einem Berliner Krankenhaus. Sein Grab mit einem Findling aus der mittelalterlichen Berliner Stadtmauer ist noch heute auf dem Friedhof Erkner zu finden.

Knoch, Elisabeth (1872 – ?)

Elisabeth Knoch wurde 1872 als Tochter eines Gestütsarztes in Neustadt/Dosse geboren, besuchte die höhere Mädchenschule in Wriezen/Oder, 1890-93 das Lehrerinnen-Seminar zu Straßburg im Elsass und war dort zuerst als Lehrerin angestellt, dann in Kremmen (heute Kreis Oberhavel).

AAE, 29.09.1930
AAE, 29.09.1930

Ab 1905 war sie Lehrerin an der Gemeindeschule in Erkner. 1924 wurde sie dort zur Konrektorin ernannt. Sie war hier bis 1945 die einzige Frau, die ein solches Amt bekleidete. 1931 ging sie in den Ruhestand, die Stelle wurde nach lebhaften Diskussionen in der Gemeindevertretung nicht wieder besetzt.

Krägenau, Wilhelm (1895 – 1978)

Wilhelm Krägenau
Wilhelm Krägenau

Wilhelm Krägenau wurde 1895 in Tangermünde an der Elbe als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Er lernte Bau-, Kunst- und Maschinenschlosser und arbeitete u.a. auf Werften in Hamburg und Bremen. Nach Berlin kam er 1916, wo er bei der AEG in Oberschöneweide arbeitete. Dort war er 1917 Mitorganisator des großen Hunger- und Munitionsarbeiterstreiks, woraufhin er eingezogen wurde und am 1. Weltkrieg teilnehmen musste.

Nach Kriegsende trat Krägenau 1919 der USPD und 1920 der KPD bei. Er engagierte sich in der Gewerkschaftsarbeit und in verschiedenen großen Berliner Betrieben. Während des Kapp-Putsches 1920 mobilisierte er aktiv gegen die Putschisten. Ab 1920 lebte er in Erkner, wo er der örtlichen KPD-Gruppe angehörte und die Zeitung „Das Rote Echo“ mit herausgab. Auch seine 1917 geheiratete Ehefrau Wanda war politisch aktiv, u.a. als Gemeindevertreterin. 1925 war Wilhelm Krägenau Mitbegründer des Roten Frontkämpferbundes in Erkner. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er mehrfach verhaftet und in das KZ Oranienburg gebracht. Trotzdem engagierte er sich weiter im Widerstand.

Im Mai 1945 wurde Wilhelm Krägenau vom sowjetischen Ortskommandanten Sanin als Bürgermeister von Erkner eingesetzt und blieb bis Dezember 1946 im Amt. Danach gründete er in durch die Demontage leerstehenden Räumen des Bakelite-Werks II in der Berliner Straße eine Werkstatt zur Herstellung von Nägeln und Bauklammern für den Wiederaufbau, bevor er ab 1950 als Motorenschlosser und Ausbilder in der Jugendwerft in Köpenick und später in der Yachtwerft Friedrichshagen arbeitete. Krägenau engagierte sich weiterhin in der Kommunalpolitik Erkners und trat 1960 in den Ruhestand.

Wilhelm Krägenau verstarb 1978.

Dr. Lebach, Hans (1881 – 1961)

Dr. Hans Lebach
Dr. Hans Lebach

Hans (eigentlich Heinrich) Lebach wurde 1881 in Elberfeld (heute Wuppertal) als Sohn eines jüdischen Textilunternehmers geboren. Er studierte ab 1899 Chemie in Heidelberg und Berlin. 1904 promovierte er und arbeitete anschließend als Assistent an der Universität Heidelberg.

Seine berufliche Laufbahn führte ihn von 1906 bis 1910 als Chemiker zur Firma Knoll & Co. in Ludwigshafen.

Am 4. Februar 1907 meldete Lebach dort sein erstes Patent an, das sich mit unlöslichen und unschmelzbaren Kondensationsprodukten aus Phenolen und Formaldehyd beschäftigte. Dieses Patent ähnelte stark dem ersten Bakelit-Patent von Leo Hendrik Baekeland, das jedoch erst 14 Tage später in den USA angemeldet wurde. Ein daraus resultierender Patentstreit mit Baekeland endete 1910 in einem Kompromiss, der Knoll Patentrechte und eine Beteiligung an der Bakelite GmbH sicherte.

Am 1. Oktober 1910 trat Lebach als einer der ersten Chemiker in die Bakelite GmbH in Erkner ein. Im Jahr 1911 gründete er für sie die Tochterfirma Bakelite Ltd. in London. Der Erste Weltkrieg führte jedoch zur Schließung und Enteignung der Londoner Firma. Während des Krieges diente Lebach an der West- und Ostfront.

1922 war Dr. Hans Lebach Mitbegründer der Tochterfirma Säureschutz GmbH in Berlin-Altglienicke, die sich auf die Produktion von Bakelit-beschichteten Behältern und Anlagen spezialisierte. Im Jahr 1932 erwarb eine US-Firma die Rechte der Säureschutz GmbH für Nordamerika und gründete die Haveg Corp. in Marshallton, Delaware, USA. Anfang 1933 reiste Lebach mit seiner Frau Paula in die USA, um das Haveg-Werk aufzubauen, kehrte jedoch trotz der politischen Situation in Deutschland noch im selben Jahr nach Erkner zurück.

Im April 1938 wurde Lebach von den Nationalsozialisten verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt. Im September desselben Jahres wurde er unter der Auflage, Deutschland zu verlassen, entlassen. Ende September 1938 emigrierten die Lebachs über Southampton und Havanna nach New York. Bei ihrer Flucht wurde ihnen von Baekeland geholfen, der unter anderem die Überfahrt von Havanna finanzierte und für Lebach bei den US-Behörden bürgte. 1939 entzogen die deutschen Behörden Lebach die Staatsbürgerschaft, aberkannten seinen Doktortitel und konfiszierten sein Vermögen.

Bis zu seinem Ruhestand 1954 arbeitete Lebach als Chefchemiker der Haveg Corp. in den USA. Dr. Hans Lebach starb 1961 in Newark, Delaware, USA.

Leikies, Maria (1894 – 1976)

Maria Leikies
Maria Leikies

Maria Leikies wurde 1894 in Köln geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten und besuchte Abendkurse der Kaufmännischen Handelsschule. 1920 heiratete sie Otto Leikies. Sie erwarben ein Grundstück und Siedlungshaus in der Bahnhofsiedlung in Erkner, wo Maria Leikies wahrscheinlich in der Gemeindeverwaltung arbeitete.

1929 siedelte die Familie berufsbedingt in die Niederlande über. Mit Hitlers Machtantritt 1933 wuchs dort der Zustrom politisch und rassisch Verfolgter aus Deutschland ständig an. Maria Leikies und ihr Mann waren am Aufbau eines Netzwerkes beteiligt, dass diese Flüchtlinge betreute und bei der Versorgung und Unterbringung unterstützte – mit der deutschen Besetzung ab 1940 als Teil des illegalen Widerstandes.

Nach ihrer Rückkehr 1951 nach Erkner arbeitete sie u.a. als Hauptsachbearbeiterin im Außenhandel und wieder in der Gemeindeverwaltung. 1953 wurde sie als kommissarische Bürgermeisterin in Gosen eingesetzt und war 1954 bis 1958 die erste Bürgermeisterin von Erkner.

Lemke, Paul (1873 – ?)

Geboren 1873 in Schwersenz (Provinz Posen, heute Polen) als Sohn eines Bäckerobermeisters, trat Paul Lemke in die Fußstapfen seines Vaters und machte sich 1898 in Posen selbstständig. Schon früh engagierte er sich in der berufsständischen Organisation: 1906 wurde er in den Vorstand der Bäckerinnung Posen sowie in den Vorstand des Zweigverbandes Posen berufen. In diesen Positionen förderte er wichtige Initiativen wie die Gründung einer Innungs-Krankenkasse, einer Sterbe-Unterstützungskasse und einer Einkaufsgenossenschaft für die Regierungsbezirke Posen und Bromberg. 1915 wurde Lemke zum Vorsitzenden des Zweigverbandes Posen im Zentralverband deutscher Bäcker-Innungen gewählt.

Werbung der Bäckerei Lemke im Adressbuch von 1928
Lemke-Werbung im
Adressbuch 1928

Nach dem Versailler Vertrag musste Lemke seine Heimat im jetzigen Polen verlassen. Er verlor sein Grundstück und siedelte nach Erkner über, wo er sich eine neue Existenz in der Friedrichstraße 13 aufbaute. Hier wurde er bald zum Obermeister der Bäckerinnung Kalkberge berufen und in den Vorstand des Zentralverbandes gewählt. Sein Engagement galt weiterhin besonders dem Genossenschaftswesen, dem Großeinkauf Brandenburg und der Reichszentrale der Bäcker-Genossenschaften. Auch auf kommunalpolitischer Ebene war Lemke aktiv. 1928 wurde er als Gemeindevertreter sowie Vorsitzender des Gewerbebundes Erkner gewählt.

Besonders in den schwierigen Zeiten der Inflation und Weltwirtschaftskrise gehörte Paul Lemke zum Kreis der Erkneraner, die sich um die Linderung der Not bemühten. So unterstützte er die Versorgung der Kinder aus den bedürftigsten Familien durch Brotspenden für die Schulspeisung. Trotz Drohungen gegen ihn und sein Geschäft beteiligte er sich z.B. im Herbst 1923 an einem Beratungskreis von Bürgermeister, Gemeindevertretern und Geschäftsleuten, die mit Vertretern der Erwerbslosen Maßnahmen für eine Grundversorgung der Ärmsten berieten und umsetzten. Dadurch konnten sie in Erkner Hungerunruhen, wie die Plünderung von Lebensmittelgeschäften und Bäckereien in zahlreichen Nachbarorten, verhindern.

Paul Lemkes Sterbedatum ist uns nicht überliefert. Bei dem Bombenangriff auf Erkner am 8. März 1944 starben seine Ehefrau, Schwiegertochter und zwei Enkelinnen in den Trümmern.

Lübkes, Bruno (1888 – 1946)

Bruno Lübkes
Bruno Lübkes

Bruno Lübkes wurde 1888 in Rüdersdorf-Kalkberge als Sohn des dortigen Gemeindevorstehers Peter Lübkes geboren. Im Ersten Weltkrieg wurde er bereits im September 1914 in Frankreich schwer verwundet. Ab 1916 war er als Kreisausschusssekretär im Landratsamt Niederbarnim (Sitz in Berlin) tätig, bei dem er bereits ausgebildet worden war.

Im November 1918 siedelte er von Berlin nach Erkner über, wo er von 1919 bis 1945 das Amt des Amts- und Gemeindevorstehers (ab 1935 offiziell als „Bürgermeister“ bezeichnet) bekleidete.

Während der ungewöhnlich langen Amtszeit von rund 26 Jahren leitete Bruno Lübkes die Geschicke Erkners durch viele Höhen und Tiefen. In Krisenzeiten setzte er sich vor allem für die Linderung der größten Not und Verhinderung von Unruhen und Gewalt ein. Dies gelang ihm zumeist im Zusammenwirken mit den gemäßigten politischen Kräften Erkners, was auch seine Wiederwahl 1931 mit 13 gegen 3 Stimmen (KPD) und einem Wahlverweigerer (NSDAP) deutlich zeigte. 1933 und 1935/36 kam es zu Konflikten mit der NSDAP-Ortsgruppe Erkner, die seine Absetzung betrieb, was jedoch nicht gelang.

Trotz aller Schwierigkeiten trug Lübkes maßgeblich zur deutlichen Entwicklung Erkners bei! Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich zwischen 1919 und 1941 von 4.200 auf ca. 9.200. Neue Ortsteile und Wohngebiete entstanden, wie die Bahnhofsiedlung, Karutzhöhe, Spree-Eck oder die Anfänge von „Afrika“. Hunderte von Wohn- und Gewerbebauten entstanden und die Infrastruktur wurde wesentlich weiterentwickelt. Dazu gehörten insbesondere diverse soziale Einrichtungen, wie das „Gesundheitsviertel“ mit Freibad, Sportplatz und Warmbad. Leider kehrte sich die zunächst als größter Erfolg erscheinende Ansiedlung der Kugellagerfabrik mit dem Krieg ins Gegenteil um. Sie wurde am 8. März 1944 zum zentralen Angriffsziel der amerikanischen Bomber! 1945 lagen große Teile Erkners in Trümmern und nur noch ca. 6.800 Menschen lebten hier.

Leumundszeugnis für Lübkes von Werner von Stauffenberg, Quelle: BLHA 203 AVE ESA 1966
Leumundszeugnis
für Lübkes von W.
v. Stauffenberg

Nach Kriegsende wurde über Lübkes‘ Rolle in Erkner kontrovers diskutiert, insbesondere wegen der Fortsetzung seiner Amtsführung und seiner Mitgliedschaft in der NSDAP ab 1933. Es konnten ihm aber keine Verbrechen oder exponierte NS-Aktivitäten nachgewiesen werden! Stattdessen gab es diverse eidesstattliche Erklärungen über sein positives Wirken, sogar von Kommunisten und Sozialdemokraten bis hin zu Werner von Stauffenberg, einem Vetter des Hitlerattentäters, den Lübkes nach dessen Entlassung aus der Sippenhaft in seinem Haus aufgenommen hatte! Selbst der erste nach dem Einmarsch der Roten Armee eingesetzte Bürgermeister, Paul Bork, bestätigte, dass man mit allgemeinem Einverständnis auch weiter die Unterstützung des erfahrenen Verwaltungsfachmanns Lübkes nutzen wollte. Trotzdem wurde er kurz darauf verhaftet, im NKWD-Speziallager Nr. 5 in Ketschendorf bei Fürstenwalde/Spree interniert und enteignet.

Bruno Lübkes starb 1946 in dem sowjetischen Internierungslager. Seine Familie erfuhr zunächst nichts über sein Schicksal und ließ ihn 1949 gerichtlich für tot erklären.

Dr. Moeller, Carl (1869 – 1935)

Dr. Carl Moeller
Dr. Carl Moeller

Carl Moeller wurde 1869 in Belzig geboren und verstarb 1935 in einem Berliner Krankenhaus. Er studierte von 1890 bis 1896 Medizin in Berlin und Leipzig. Im Jahr 1897 ließ er sich als praktischer Arzt in Erkner nieder. Zunächst wohnte er in der Wilhelmstraße 1 (heute Thälmann-Straße) Ecke Beuststraße, bevor er ab 1908 sein eigenes Haus in der Friedrichstraße 53a errichtete.

Er war langjähriger Gemeinde-Fürsorge- und Schularzt, Kolonnenarzt und Vorsitzender der 1902 gegründeten Freiwilligen Sanitätskolonne Erkner. In Krisenzeiten leistete er für die Bedürftigsten kostenlose medizinische Versorgung, Schwangerenbetreuung und Mütterberatung. Nicht nur als Arzt, sondern auch durch zahlreiche Ehrenämter und gemeinnützige Aktivitäten war er eng mit der Gemeinde verbunden, z.B. als Vorsitzender des Verschönerungsvereins Erkner. Dr. Moeller war wahrscheinlich der erste Autobesitzer in Erkner.

Sein Tod im Alter von 65 Jahren wurde von der Einwohnerschaft tief betrauert, da er für sein stets zuvorkommendes Wesen und seine vielfältigen Verdienste hochgeachtet wurde.

Möhricke, Wilhelm (1884 – 1931)

Wilhelm Möhricke
Wilhelm Möhricke

Wilhelm Möhricke wurde 1884 in Schönow (seit 1908 Hobrechtsfelde) nördlich von Berlin geboren.

In jungen Jahren kam er nach Erkner, wo er längere Zeit als Bürovorsteher der Gemeindeverwaltung tätig war. Nach dem überraschenden Tod von Friedrich Röselmüller 1912 wurde Möhricke 1913 zu dessen Nachfolger als Amts- und Gemeindevorsteher in Erkner gewählt.

Seit der Revolution 1918 von seinem Amt beurlaubt, geriet Möhricke Anfang 1919 wegen Korruptionsvorwürfen in Bezug auf die Lebensmittelvergabe an die Bevölkerung Erkners in die öffentliche Diskussion („Affäre Möhricke“). Nach seinem Rücktritt im Dezember 1919 wurde er 1924 Mitbegründer der Ortsgruppe Erkner der Deutschvölkischen Freiheitspartei, einer nationalkonservativen und antisemitischen Gruppierung, für die er ab 1928 Gemeindevertreter in Erkner war.

Am 13. März 1931 verstarb Wilhelm Möhricke überraschend mit nicht einmal 47 Jahren an den Folgen einer Grippe.

Poike, August (1869 – 1947)

August Poike
August Poike

August Poike wurde 1869 in Lietzen bei Seelow geboren. Seine Jugend verbrachte er in Lietzen, wo sein Vater als Tagelöhner arbeitete

Vor 1914 zog die Familie nach Erkner. Poike war ein Arbeiter, möglicherweise im Teerwerk tätig, später wurde er Sportplatzwart, bevor er 1933 von den Nazis entlassen wurde. Schon frühzeitig war er Funktionär des Fabrikarbeiterverbandes, der Konsumbewegung seit ihrer Gründung in Erkner und Mitglied der SPD.

Als Gemeindevertreter und Schöffe von 1919 bis 1933 und Stellvertreter des Amts- und Gemeindevorstehers ab 1924 war er wesentlich an der kommunalen Politik beteiligt. Gleichzeitig war er Vorsitzender der Wohlfahrtskommission der Gemeinde und in verschiedenen Organisationen aktiv, darunter im Arbeiter-Männerchor „Freier Sang“ und im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold.

August Poike verstarb 1947 in Erkner.

Rathmann, Else (1879 – 1945)

Else Ratmann
Else Ratmann

Elsbeth Emilie Berta Rathmann wurde 1879 in der Neumark östlich der Oder geboren. Ihr Vater Rudolph war ein höherer Forstbeamter, der 1893 nach Erkner versetzt wurde.

Nach dem Tod ihres Vaters 1924 übernahm Else Rathmann die Verwaltung des familiären Eckhauses Friedrichstraße/Ecke Hübnerstraße (heute Fürstenwalder Straße), das am 8. März 1944 den Bomben zum Opfer fiel.

Die künstlerisch begabte Else liebte die Fotografie und Musik. Sie gab nicht nur Musik-, insbesondere Klavierunterricht, sondern komponierte und vertonte erfolgreich Gedichte.

Löcknitzheimatlied, Text: C. Kelling, Komposition: E. Rathmann
Löcknitzheimatlied

Im Historischen Stadtarchiv Erkner befindet sich ein Konvolut aus ihrem Nachlass, das auch einige ihrer Kompositionen enthält. Darunter ist das Löcknitzheimatlied, das von David Andreas Roloff von der Löcknitz Musikschule exklusiv für diese Ausstellung eingespielt und gesungen wurde. Vielen Dank! Bei dem auf dem Notenblatt genannten Textautor könnte es sich m den Erkneraner Carl Kelling (1858-1932) gehandelt haben, der als „Geh. Hofrat“ im Auswärtigen Amt arbeitete und u.a. einige Beiträge zur Geschichte Erkners und der Region hinterlassen hat.

Durch dieses Können bereicherte sie so manche Veranstaltung in Erkner und Umgebung. Sie war ebenso Leiterin der Singschar der NS-Frauenschaft.

Zu ihren Verdiensten zählt die Rettung mehrerer Schülerinnen im September 1945, indem sie diese auf dem Dachboden ihres Behelfsheimes vor Übergriffen durch bereits stark angetrunkene Soldaten versteckte und die Rotarmisten durch stundenlanges Klavierspiel ablenkte. Sie verstarb in der darauffolgenden Nacht im Alter von 66 Jahren.

Rintisch, Herta (1914 – 2009)

Herta Rintisch, 1994, (c) R. Röschke
Adolf Baumert

XXX

x

x

x

x

Sanin, Michail (1909 – ?)

Ortskommandant Gardeoberstleutnant Sanin
Ortskommandant
Gardeoberstleutnant
Sanin

Michail Nikolajewitsch Sanin wurde 1909 in Vyska im Gouvernement Nischni Nowgorod (östlich von Moskau) in einer Arbeiterfamilie geboren. Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1927 erlebte er eine Phase der Arbeitslosigkeit. Von 1928 bis 1931 arbeitete Sanin als Komsomolfunktionär. Parallel dazu war er als Elektromonteur im Metallurgiewerk Vyska beschäftigt. 1931 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei und übernahm bald führende Aufgaben in der Kreisleitung des Komsomol.

Im November 1931 wurde Sanin in die Armee einberufen, wo er in einem Panzerregiment in Moskau diente. 1933 kehrte er in die Gewerkschaftsarbeit zurück und wirkte bei der Gründung von Kollektivwirtschaften mit.

Ab 1940 war Sanin in der politischen Arbeit der Roten Armee tätig. Während des Krieges bekleidete er verschiedene Führungspositionen, darunter als leitender Instrukteur der Politverwaltung der Südfront und Kriegskommissar in mehreren Panzerbrigaden. Er beendete den Krieg in Berlin als stellvertretender Kommandeur eines Regiments.

Ab dem 21./22. April 1945 wurde Gardeoberstleutnant Sanin zum Militärkommandanten von Erkner ernannt. Nach seiner Demobilisierung 1948 arbeitete er im Zentralrat der Gewerkschaften der Sowjetunion. Aufgrund von Kriegsverletzungen wurde er 1952 als Invalide anerkannt. Für seine militärischen Verdienste wurde Michail Sanin mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt.

 Anlässlich des 40. Jahrestages der Befreiung besuchte 1984 Michail Sanin auf Einladung der Gemeinde nochmals Erkner. Sein Sterbedatum ist uns nicht bekannt

Sawall, Walter (1899 – 1953)

Walter Sawall
Walter Sawall

Der aus dem oberschlesischen Morgenroth bei Beuthen stammende bekannte Radrennfahrer wurde 1899 geboren. Sein erstes Radrennen fuhr er 1916. 1920 erkämpfte er sich den Stundenweltrekord als Steher, wurde 1927, 1929, 1931 Deutscher Stehermeister und in den Jahren 1928 und 1931 in dieser Sportdisziplin Weltmeister. Er fuhr auch Sechstagerennen. 

1922 ist Walter Sawall mit seinen Eltern nach Erkner in die Heinrichstraße 7 gezogen, die bereits wenige Tage nach seinem ersten Weltmeistertitel 1928 zu seinen Ehren von der Gemeinde Erkner in Walter-Sawall-Straße umbenannt wurde. 1934 zog er mit seiner Mutter nach Berlin – wahrscheinlich nach Wilhelmshagen. Seit 1936 war Sawall Vorsitzender („Vereinsführer“) des Turn- und Sportvereins Erkner 1877. 

Mehrere Gegenstände aus seinem Nachlass befinden sich im Heimatmuseum Erkner. Walter Sawall starb 1953 in Berlin-Steglitz.

Schwarzkopf, Elisabeth (1897 – 1983)

Schwester Elisabeth Schwarzkopf mit Dr. Moeller um 1930 im Heim Gottesschutz
Schwester Elisabeth
Schwarzkopf mit
Dr. Moeller

Elisabeth Schwarzkopf war ausgebildete Kindergärtnerin und Erziehungs-Schwester in der geschlossenen Fürsorge. 1927 wurde sie Diakonisse im Mutterhaus Lazarus der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal und leitete ab 1926 das „Heim Gottesschutz“ in Erkner.

Aufgrund ihrer Gesinnung leistete sie Widerstand gegen Versuche, Pfleglinge aus ihrer Einrichtung im Rahmen der Euthanasie zu verlegen und zu töten. Am 4. Mai 1940 sollten mit einem Sammeltransport 21 an Epilepsie leidende Mädchen vom Heim Gottesschutz in Erkner in eine Euthanasie-Einrichtung verlegt werden. Durch ihr couragiertes, selbstloses Handeln konnten Elisabeth Schwartzkopf und der Leiter der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal Pastor Braune diese Fahrt in den Tod verhindern und auch andere behinderte Menschen retten.

Außerdem erlangte Elisabeth Schwartzkopf Verdienste bei der Hilfe für jüdische Menschen im Nationalsozialismus.

Smolka, Walter (1896 – 1944)

Walter Smolka
Walter Smolka

Walter Smolka wurde 1896 als Sohn eines Landarbeiters in Bronischewitz in der damaligen Provinz Posen geboren. Er war am Kieler Matrosenaufstand 1918 beteiligt. 1921 heiratete er und war eine zeitlang Glasbläser in Briesen/Mark (Kreis Lebus).

Seit 1928 war Smolka in der Bakelite Fabrik in Erkner tätig, unter anderem wurde er zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt. 1931 wurde er entlassen und 1933 und 1936 verhaftet, auch wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Er erhielt eine Haftstrafe von 3 ½ Jahren, die er in den Zuchthäusern Brandenburg/Görden bzw. Amber/Oberpfalz verbüßte.

Nach seiner Überstellung in die KZ Sachsenhausen und Auschwitz wurde er mit einem Strafbataillon an der Front eingesetzt. Er gilt seit 1944 als verschollen.

Nach Walter Smolka wurde in Erkner die frühere Adlerstraße benannt.

Sonntag, Max (1902 – 1968)

Max Sonntag
Max Sonntag

Max Sonntag wurde 1902 in Thorn geboren. Wahrscheinlich ab 1904 wohnte seine Familie in Erkner, wo er ab 1928 Mitglied der NSDAP und bis 1930 ihr Vorsitzender war. 1931 legte er aus beruflichen Gründen das Amt nieder. Er arbeitete als Diplom-Ingenieur in Berlin.

Ab 1934 war Sonntag wieder NSDAP-Ortsgruppenleiter in Erkner, nach der Teilung in drei Ortsgruppen 1939 Ortsgruppenleiter in Erkner-Neuseeland (inklusive Karutzhöhe). Ab 1942 leistete er Wehrdienst.

1945-47 war er in Darmstadt im amerikanischen Internierungslager inhaftiert. Seine Frau, die noch in Erkner wohnte, starb 1947, seine Tochter ging daraufhin nach Darmstadt. Er blieb im Westen und arbeitete als Oberbaurat und Dozent an der Technischen Hochschule Köln.

Spindler, Hermann (1848 – 1922)

Hermann Spindler
Hermann Spindler

Hermann Spindler wurde 1848 in Berlin als Sohn eines Porzellanmalers geboren. Nach dem Besuch der Bürgerschule lernte er den Beruf eines Klempners und arbeitete in der so genannten „Gründerzeit“ auf verschiedenen Baustellen in Berlin. Schon früh interessierte er sich für den Turnsport.

Nach seiner Hochzeit 1874 zog er nach Erkner – wo es damals kaum technische oder kulturelle Einrichtungen gab – und ließ sich als selbstständiger Klempnermeister nieder. Spindler gründete 1877 den Männerturnverein und avancierte zum Hauptmann des Schützenvereins und Mitglied des Sterbekassenvereins.

1882 wurde er in die Kirchenvertretung und 1884 in die Gemeindevertretung gewählt. Er gründete 1889 die Freiwillige Feuerwehr Erkner, in der er bis zum Hauptmann aufstieg. Ab 1897 war er Kirchenältester und wurde 1898 als Schöffe in den Gemeindevorstand gewählt. 1902 wurde er Kreistagsabgeordneter und 1906 ernannte ihn der Landrat zum Kreisbrandmeister. In den Wirren zwischen Revolution, Kriegsende und Neuwahlen führte Spindler 1918/19 kommissarisch die Geschäfte des Gemeindevorstehers.

Hermann Spindler ist am 1. Januar 1922 nach kurzer Krankheit in Erkner verstorben. Ihm zu Ehren befindet sich seit 2016 eine Erinnerungstafel an der alten Feuerwache in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Im Heimatmuseum Erkner ist das 2013 erschienene Erkneraner Hefte Nr. 19 über Hermann Spindler erhältlich.

Stoye, Elsa (1898 – ?)

Laborausbildung für Frauen im Berliner Lette-Verein
Labor des Berliner
Lette-Vereins

Elsa Stoye machte beim Lette-Verein Berlin (der Berufsausbildung für Frauen organisierte) eine Ausbildung zur Fotografin, zu der auch eine Laborausbildung gehörte. Später arbeitete sie in der Bakelite Gesellschaft Erkner als Laborantin. Ob sie dafür eine weitere Ausbildung absolvierte, ist nicht bekannt. Ab 1945 half sie auf verschiedenen Gebieten bei der Wiederinstandsetzung des Betriebes, so z.B. in Lager und Labor. Ferner war sie für Bakelite-Kontakte zu den örtlichen sowjetischen Behörden zuständig. 1946 wurde sie allerdings infolge der Demontage des Werkes entlassen.

Theiß (auch Theiss), Germanus (1898 – 1960)

Germanus Theiß
Germanus Theiß
als Jugendlicher

Germanus Theiß wurde 1898 im südbrandenburgischen Döbern als drittes von sechs Kindern in der Familie des Glasmachers und Glashüttenmeisters gleichen Namens geboren. Nach dem Besuch der Katholischen Volksschule in Döbern bis 1912 begann Germanus Theiß eine Lehre zum Glasmacher, die er jedoch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Stattdessen arbeitete er u.a. als Bürohilfe, Briefträger, Buchhalter, Expedient und schließlich als Glasfabrikant in Döbern. 1917 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen.

Theiß heiratete 1923 die Tochter eines Glasmachers und kam ca. 1927/28 nach Erkner, wo er in seinem Haus in der Uferstraße 40 eine selbständige Glasgroßhandlung mit einer kleinen Schleiferei betrieb. Politisch engagierte sich Theiß während der Weimarer Republik in der katholischen Zentrumspartei und war schon in Döbern Gemeindevertreter. Als sich im April 1928 in Erkner eine eigene Ortsgruppe der Zentrumspartei bildete – bisher gab es eine gemeinsame mit Friedrichshagen – wurde Theiß zum 1. Vorsitzenden gewählt und war stets Spitzenkandidat bei den folgenden Wahlen bis 1933. In die Gemeindevertretung Erkners zog zwar nie ein Zentrums-Kandidat ein, aber ab 1928 war Theiß Mitglied des Kreistages Niederbarnim, bis dieser 1933 gleichgeschaltet wurde. Im 2. Weltkrieg war Theiß erneut im Kriegseinsatz.

Nach dem Krieg gehörte er 1945 zu den Gründern der CDU. Er war 1946/47 stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Brandenburg und anschließend bis zu seiner Flucht im Juni 1950 Beisitzer im Landesvorstand. Parallel dazu war Theiß ab Oktober 1946 Gemeindevertreter in Erkner und Kreistagsabgeordneter im Landkreis Niederbarnim sowie Mitglied des Brandenburgischen Landtags, wo er ab April 1949 als Vizepräsident fungierte und ab April 1950 kurzzeitig Vorsitzender der CDU-Fraktion war.

Im Zuge einer erneuten Säuberungs- und Verhaftungswelle zur Durchsetzung der „führenden Rolle der SED“ in der DDR wurde Germanus Theiß im Juni 1950 aus der CDU ausgeschlossen und floh in den Westen, wo er sich der Exil-CDU in West-Berlin anschloss. Germanus Theiß starb dort 1960.

Die in Theiß‘ Geburtsort Döbern 2002 so benannte „Oberschule Germanus Theiß“ erhielt diesen Namen zu Ehren des gleichnamigen Vaters von Germanus Theiß verliehen.

Tietz, Karl (1909 – 1927)

Karl Tietz
Karl Tietz

Karl Tietz gehörte mit Richard Wollank zu den ersten Todesopfern der aufkeimenden politischen Gewalt in den 1920er Jahre aus Erkner.

Karl Tietz wurde 1909 als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Über sein Leben ist nur sehr wenig überliefert. Er war von Beruf Schlosser und arbeitete wahrscheinlich bei den Rütgerswerken in Erkner. Daneben engagierte er sich im „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, der größten demokratischen Massenorganisation der Weimarer Republik.

Auf der Fahrt zu einem Reichsbanner-Treffen in Frankfurt (Oder) am 25. Juni 1927 kam es während der Durchfahrt in Arensdorf (nordöstlich von Fürstenwalde an der heutigen B 1/5) zu heftigen, teilweise tätlichen Streitigkeiten mit Anwohnern. Plötzlich fielen mehrere Schüsse. Der Schütze war der 28-jährige Bauernsohn August Schmelzer, Mitglied des rechtsextremen Frontsoldaten-Bundes „Stahlhelm“. Schmelzer verletzte neun der Reichsbanner-Männer aus Erkner schwer. Der 18-jährige Karl Tietz verstarb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Wenige Wochen später erlag am 20. Juli 1927 auch der 23-jährige Richard Wollank seinen Verletzungen.

Karl Tietz wurde am 3. Juli nach einer großen Trauerfeier auf dem Schulplatz an der Gemeindeschule (heutiges Gelände des sowjetischen Ehrenmals), bei der u.a. der stellvertretende Bundesvorsitzende des Reichsbanners, Karl Höltermann, sprach, auf dem Friedhof in Erkner beigesetzt. Drei Wochen später fand neben ihm auch das zweite Opfer Richard Wollank seine letzte Ruhe.

1928 wurde auf dem Friedhof ein vom Reichsbanner gestifteter Doppelgrabstein feierlich enthüllt. Dieser Stein hat die Zeit des Nationalsozialismus überstanden und ist noch heute auf dem Friedhof Erkner zu finden.

1946 erhielt zur Erinnerung und Mahnung die frühere Bismarckstraße in Erkner den Namen Karl-Tietz-Straße.

Wald, Felicia (1890 – 1980?)

Felicia Wald ist die einzige der 1919 in Erkner gewählten Gemeindevertreterinnen, zu der uns Informationen vorliegen.

Felicia Wald und ihre  Mutter im Adressbuch für Erkner 1914
Felicia Wald im
Adressbuch für
Erkner 1914

In Berlin geboren, kam sie um 1910 nach Erkner. Im Adressbuch von 1914 wird sie als Lehrerin (aber wohl nicht in Erkner) geführt, wohnhaft in der Uferstraße 37/38. Sie blieb unverheiratet und wurde spätestens mit der Einführung des Frauenwahlrechts 1918 politisch aktiv.

Als sie am 29. September 1919 in die Gemeindevertretung Erkners einzog, war sie die einzige bürgerliche Vertreterin neben zwei Sozialdemokratinnen. Nachdem sich in Vorbereitung auf die nächste Kommunalwahl 1924 der Allgemeine unpolitische Wahlverein Erkner (A.U.W.E. oder AUWE) gegründet hatte, gehörte sie zu dessen Vorstand und war wieder Mitglied des Gemeindeparlaments. Dieses Mandat legte sie am 3. April 1925 nieder und zog nach Berlin.              

Gemeindevertreter Erkners 1919-24

Dr. Wegenhorst, Paul (1897 – ?)

XXX

Dr. Weger, Max (1869 – 1944)

Dr. Max Weger
Dr. Max Weger

Max Weger wurde 1869 in Leipzig in kleinbürgerlichen Verhältnissen geboren. Nach seinem Studium der Naturwissenschaften in Leipzig ab 1888 promovierte er im Jahr 1893.

Im April 1901 wechselte er aus einer dortigen chemischen Fabrik ins Laboratorium der A.G. für Teer- und Erdölindustrie (Rütgerswerke) nach Erkner, wo er als Laboratoriumsvorstand begann und bald zum Chefchemiker aufstieg.

Weger spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Bakelit, nachdem er durch die Veröffentlichungen von Leo H. Baekeland darauf aufmerksam gemacht worden war. Nach ersten Experimenten 1909 mit Baekeland in Erkner und Anfang 1910 bei ihm in Yonkers bei New York überführte Weger die Produktion von Bakelit in den industriellen Maßstab. Im Mai 1910 gründete die Rütgerswerke AG die Bakelite GmbH, die in Erkner die erste Kunststofffabrik der Welt betrieb. Weger war Geschäftsführer der Bakelite GmbH bis zu seinem Ruhestand Ende 1936, wodurch er die Grundlagen für die Kunststoffproduktion in Erkner schuf.

Dr. Max Weger verstarb im November 1944 im benachbarten Hessenwinkel.

Weidlich, Alfred (1888 – 1937)

Alfred Weidlich
Alfred Weidlich

Alfred Weidlich kam nach dem 1. Weltkrieg nach Erkner. Er war Kaufmann und Drogist und hatte verschiedene Arbeitsstellen in Erkner, u.a. als Redakteur beim „Allgemeinen Anzeiger“. 1924 war er bei den Kommunalwahlen einer von drei Gemeindevertretern des Völkisch-Sozialen-Blocks in Erkner.

Weidlich wirkte massiv für die Gründung der NSDAP-Ortsgruppe Erkner. 1928 wurde er Ortsgruppenleiter und unterstützte die Partei, wo er konnte, stellte sein Auto zur Verfügung („Naziwagen“). Er war Gemeindevertreter, Landtagsabgeordneter und hatte andere hohe Funktionen in der NSDAP.

Ende 1933 war er bereits in das Umfeld von Goebbels aufgestiegen. Dort half er bei der Gleichschaltung der Presse. Alle Medien wurden der Reichskulturkammer unterstellt, also Goebbels. Weidlich wurde Leiter des Reichsverbandes der deutschen Korrespondenz- und Nachrichtenbüros, war Herausgeber des „Preußischen Pressedienstes“ der NSDAP und der „Kurmärkischen-Heimat-Korrespondenz“. Wer weiß, welche Rolle er noch gespielt hätte, wäre er nicht im Juni 1937 bei einem Autounfall auf dem gerade eröffneten Autobahnabschnitt Erkner-Bernau ums Leben gekommen.

Wollank, Richard (1903 – 1927)

Richard Wollank

Richard Wollank gehörte mit Karl Tietz zu den ersten Todesopfern der aufkeimenden politischen Gewalt in den 1920er Jahren aus Erkner.

Richard Wollank wurde 1903 in Erkner als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Über sein Leben ist nur sehr wenig überliefert. Er arbeitete zunächst als Hilfsarbeiter bei den Rütgerswerken Erkner. Erst wenige Monate vor seinem Tod hatte er seine eigene Schuhmacherwerkstatt in der Wilhelmstraße 13/14 (heute E.-Thälmann-Str.) – wo auch er und seine Eltern wohnten – eröffnet. Daneben engagierte er sich im „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, der größten demokratischen Massenorganisation der Weimarer Republik.

Auf der Fahrt zu einem Reichsbanner-Treffen in Frankfurt (Oder) am 25. Juni 1927 kam es während der Durchfahrt in Arensdorf (nordöstlich von Fürstenwalde an der heutigen B 1/5) zu heftigen, teilweise tätlichen Streitigkeiten mit Anwohnern. Plötzlich fielen mehrere Schüsse. Der Schütze war der 28-jährige Bauernsohn August Schmelzer, Mitglied des rechtsextremen Frontsoldaten-Bundes „Stahlhelm“. Schmelzer verletzte neun der Reichsbanner-Männer aus Erkner schwer, darunter Richard Wollank. Der 18-jährige Karl Tietz starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus. Wenige Wochen später erlag am 20. Juli 1927 auch der 23-jährige Wollank seinen Verletzungen. Wie schon für Karl Tietz veranstaltete das Reichsbanner auch für Wollank eine große Trauerfeier auf dem Schulplatz an der Gemeindeschule (heutiges Gelände des sowjetischen Ehrenmals) mit dem Reichstagsabgeordneten Franz Künstler als Redner. Richard Wollank wurde neben Karl Tietz auf dem Friedhof in Erkner beigesetzt.

Weihe des Gedenksteins für Tietz und Wollank 1928 auf dem Friedhof Erkner
Gedenkstein für
Tietz und Wollank

1928 wurde auf dem Friedhof ein vom Reichsbanner gestifteter Doppelgrabstein feierlich enthüllt. Dieser Stein hat die Zeit des Nationalsozialismus überstanden und ist noch heute auf dem Friedhof Erkner zu finden.

1946 wurde zur Erinnerung und Mahnung die frühere Viktoriastraße in Richard-Wollank-Straße umbenannt.

Wustrow, Meta

Frl. Meta Krüger - die spätere Frau Wustrow - 1945 im Lazarett in der Uferstraße 12 (Mitte, ganz hinten)
Frl. Meta Krüger –
die spätere Frau
Wustrow …

XXX

xxx

xxx

xxx

Zimnik, Hildegard (1894 – 1981)

Hildegard Zimnik
Hildegard Zimnik

Studienrätin Hildegard Zimnik, geb. Geißler, war eine vielseitig gebildete und hoch angesehene Lehrerin in Erkner, die auch das kulturelle Leben ihrer Schule und des Ortes Erkner prägte.

Sie unterrichtete in Erkner ab 1915 zunächst an der Gemeindeschule als Handarbeits- und Turnlehrerin und ab 1917 an der Höheren Schule, wo sie bald u.a. Französisch, Biologie und vor allem Mathematik gab. In diversen Organisationen engagierte sie sich für Reformen im Schulwesen und auch in der Jugendbewegung.

Ihre Schüler verwandelten ihren Namen mit Respekt und trotzdem liebevoll in „Zitter Mumnik“. Nach ihrem Tod im Jahr 1981 spendeten sie für ihre Lehrerin einen Grabstein, der noch heute auf dem Friedhof Erkner steht. Die Inschrift bringt ihre Dankbarkeit zum Ausdruck.

Der aus Erkner stammende Journalist Fred Seeger widmete Frau Zimnik in der DDR-Wochenzeitung „Wochenpost“ vom 06.06.1975 ein ausführliches Porträt („Meine Mathelehrerin“). Im hiesigen Lokalanzeiger, Ausgabe 06.-13.09.1990, brachte er sie mit dem Artikel „Zitter Mumnik“ vielen Erkneranern wieder in Erinnerung.