Relative Stabilisierung 1924-1929

Mit der Überwindung der „Hyperinflation“ setzte auch in Erkner im Laufe des Jahres 1924 ein gewisser Aufschwung ein, mit dem oft der Beginn der sogenannten „Goldenen Zwanziger“ verknüpft wurde. Trotz politischer Spannungen galten sie als Phase des Fortschritts und der Lebensfreude. Nach Weltkrieg, politischen Umbrüchen und Inflation wollten die Erkneraner – trotz oft eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten – ihr Leben auch mal genießen.

Neue Parteien und Organisationen

Im Vorfeld der nächsten Wahlen am 4. Mai 1924 sind wieder verstärkte Aktivitäten der Parteien in Erkner zu verzeichnen. Neben Neugründungen standen für die Kommunalwahl besonders parteiübergreifende Wahlbündnisse im Fokus. Bürgerliche Kräfte gründeten den „Allgemeinen unpolitischen Wahlverein Erkner“ (AUWE oder A.U.W.E.) mit der vermeintlichen Absicht, die Gemeindevertretung „frei von aller Parteipolitik“ zu gestalten.

„Um dies zu erreichen, haben sich Männer und Frauen aus allen Kreisen der Bevölkerung Erkners zusammengetan und den „Allgemein Unpolitischen Wahlverein Erkner“ ins Leben gerufen, um dadurch ein geschlossenes und gemeinsames Vorgehen unbedingt zu sichern. Sein Ziel ist, die Geschicke Erkners Persönlichkeiten zu übertragen, die ohne Rücksicht auf die privaten Interessen, frei von aller Parteipolitik, die Bevölkerung Erkners zu vertreten imstande sind. …“ (AAE, 17.01.1924)

Am rechten Rand bildete sich ein Bündnis völkisch-antisemitischer Kräfte, der „Völkisch-Soziale Block“ (VSB). Im Vergleich dazu standen sich KPD und SPD weitgehend unversöhnlich gegenüber.
Die USPD hatte im Richtungsstreit den größten Teil ihrer Mitglieder und Wähler verloren, die sich 1920 der KPD bzw. 1922 der SPD anschlossen. Dabei war etwa 1920 auch in Erkner eine Ortsgruppe der KPD entstanden, deren Vorsitzender Hans Göhring wurde.

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