Entnazifizierung
Selbstverständlich spielte die Entfernung von Naziaktivisten und Funktionsträgern aus Führungspositionen eine bedeutende Rolle. Diese Personen wurden relativ zügig aus ihren Ämtern entfernt, ohne wirklichen fachlichen Ersatz zu haben. Viele waren bereits am Kriegsende geflohen. Andere wurden in den nächsten Monaten befragt, verhört oder verhaftet. Dies geschah oft auch willkürlich oder durch Denunziationen. Zahlreiche kamen in sowjetische „Speziallager“ wie Ketschendorf, welche viele nicht überlebten, wie Erkners Bürgermeister Bruno Lübkes.
Sehr deutlich wurden die Probleme bei der „Entnazifizierung“ in den Schulen. Nach 12 Jahren NS-Ideologie und Erziehung waren nur wenige unbelastete Lehrkräfte zu finden. Und ihre Ausbildung dauerte! Ähnlich wie die Erstellung neuer Lehrmittel, so dass man sich zunächst oft mit notdürftig „bereinigten“ alten helfen musste. Auch dies trug dazu bei, dass das neue Schuljahr erst am 1. Oktober 1945 eingeläutet wurde.
