Ende in Schrecken
Während ab Ende September 1918 die Zeitungen von der erneut ausgebrochenen Grippe-Welle beherrscht wurden, sickerten Anfang November erste Hinweise auf ein Kriegsende durch.
Die NZ meldete am 6. November: „Vor dem Abschluss des Waffenstillstandes. Abreise der deutschen Delegation zu den Abschlußverhandlungen.“ Am 7. November wurde das Verbot der Arbeiter- und Soldatenräte gemeldet. Und die Ausgabe vom 8. November informierte über den Rücktritt des Reichskanzlers Max von Baden und: „Die Sozialisten fordern die Abdankung des Kaisers.“
Am 9. November überstürzten sich die Ereignisse. Erst am Montag, dem 11. November war in der NZ (am Sonntag erschien sie nicht) zu lesen:
„Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages. […] Infolge des Waffenstillstandsvertrages wurden heute mittag an allen Fronten die Feindseligkeiten eingestellt. […]“
„Die Regierungsbildung vollzogen. […] Die Verhandlungen der Sozialdemokratischen Partei und der Unabhängigen Sozialdemokratie zwecks Bildung einer gemeinsamen Regierung sind soeben zum Abschluß gelangt. […]“
„Die Oberste Heeresleitung für die Soldatenräte. Aus dem Hauptquartier ist die telegraphische Nachricht eingetroffen, daß die Oberste Heeresleitung die Autorität der Arbeiter- und Soldatenräte anerkennt. […]“
Für Erkner vermerkte der Schulchronist dazu:
„Der 9. November 1918 kam, der Tag des Zusammenbruches Deutschlands. Am Sonntag darauf [10.11.] übernahm ein Soldaten‑ und Arbeiterrat die Regierung.“


