Brücken und Straßen

Obwohl während der Kriegszeit fast jede Bautätigkeit eingestellt wurde, wenn sie nicht als „kriegswichtig“ eingestuft war, entstand in dieser Zeit in Erkner eine Fußgängerbrücke! Spätestens 1907 lassen sich Pläne dafür nachweisen. Erst im Dezember 1914 wurde die Baugenehmigung erteilt. Zunächst verzögerte sich die Lieferung der Stahlkonstruktion bis Ende 1916, so dass Mitte 1917 der Bau fertiggestellt werden konnte. Die NZ meldete am 23. Mai 1917:

„Die Rütgerswerke bauten eine neue Fußgängerbrücke (»Weddigensteg«) über den Flakenkanal am »Klosterhof (40.000 M)«.“

Es dauerte aber noch bis zum 6. Mai 1918, ehe die bautechnische Abnahme erfolgen und die Brücke ab 12 Uhr kostenlos durch die Gemeinde von den Rütgerswerken übernommen werden konnte.

Flakensteg
Flakensteg, 1920er
Jahre
Eisenbahnbrücke von 1929
Eisenbahnbrücke von
1929
Straßenbrücke + Notbrücke um 1930
Straßenbrücke und
Notbrücke um 1930
Straßenbrücke, 1930er Jahre
Straßenbrücke, 1930er
Jahre

Eine neue Eisenbahnbrücke über das Flakenfließ konnte 1929 übergeben werden. Zahlreiche Straßen wurden neu angelegt, befestigt oder ausgebessert. Bereits seit 1926 war die Straßenbrücke über das Flakenfließ gesperrt und durch eine hölzerne Notbrücke ersetzt. Erst Ende 1932 konnte der Neubau der Straßenbrücke für den Verkehr eröffnet werden.

Vorschlage einer Entlastungsstraße
Vorschlage einer
Entlastungsstraße

Die damit 1927/28 mehrfach im AAE zu findende Aussage von „unhaltbaren Verkehrsverhältnissen“ in Erkner sollte von mehreren Experten im Auftrag der Gemeinde und des Landrats analysiert werden, um „städtebauliche Umgestaltungsfragen“ zu erörtern und Vorschläge zu unterbreiten. Dazu gehörten im Bericht von Anfang 1928 z.B. die Verlegung der Bahnlinie nach Osten oder des Bahnhofs neben das Südwestende der Bahnbrücke (etwa heutiges Sparkassen-Gelände). Mehrere neue bzw. verlängerte innerörtliche Straßenverbindungen wurden vorgeschlagen, wie auch eine Entlastungsstraße, die nahe am Bahnhof Wilhelmshagen über die Bahngleise führen und in den Fichtenauer Weg münden sollte, um von dort in Richtung Weddigensteg (Fußgängerbrücke) über das Flakenfließ und die Löcknitz den Verkehr zur Chaussee nach Fangschleuse abzuleiten.

Link: Entlastungsstraße

Erst 1929/30 war die neue Chaussee nach Fürstenwalde über Hangelsberg von der Chaussee zwischen Fangschleuse und Hartmannsdorf abzweigend erbaut worden. Diese sollte anschließend in Richtung Erkner entlang der alten Postlinie verlängert werden und in Erkner etwa mit dem Hohenbinder Weg in das Südende der Friedrichstraße münden. Das bereits mit Erschließungsarbeiten begonnene Projekt wurde aber offenkundig wegen der Weltwirtschaftskrise unterbrochen und mit dem Baubeginn der Autobahn eingestellt.

Autobahn

Am 22. Juni 1934 berichtete der AAE von Vermessungsarbeiten für den Bau der Reichsautobahn bei Erkner. Deren östlicher Berliner Ring wurde am 17. Dezember 1937 an der Auffahrt Erkner als 2000. Kilometer feierlich eingeweiht. Die Eröffnungsrede wurde deutschlandweit im Rundfunk übertragen.
Mitte 1939 nahm in einer provisorischen Baracke die Autobahnmeisterei (damals noch Straßenmeisterei genannt) ihren Dienst auf, 1940 konnten die dortigen Wohnhäuser bezogen werden und 1941 auch das Verwaltungsgebäude.

Im Deutschen Rundfunkarchiv fanden wir diesen Mitschnitt der Übertragung:

Link: Audio Eröffnung östlicher Ring

Bau der Autobahn bei Jägerbude, (c) Kreiskalender 1936
Autobahn bei
Jägerbude, ca. 1936
AAE, 17.12.1937
AAE, 17.12.1937
Eröffnung der Autobahn, östlicher Berliner Ring, 17.12.1937, AAE, 17.12.1937
Eröffnung der
Autobahn
Anfänge der Autobahnmeisterei Erkner, ca. 1939
Autobahnmeisterei
Erkner, ca. 1939

Als Autobahnzubringer musste die Friedrichstraße und die heutige Fürstenwalder Straße 1938 verbreitert werden, wobei dort auch die Vorgärten verschwanden.

Friedrichstraße vor (um 1914) und nach der Verbreiterung und Umgestaltung 1938 als Autobahnzubringer: Die Straße erhielt die doppelte Breite und wurde neu gepflastert. Dafür fielen alle Bäume und Vorgärten weg. Am linken Bildrand befindet sich heute etwa der Eingang zum City Center.

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