Wohnungsbau in den 1920er Jahren

Mit dem Reichssiedlungsgesetz von 1919 wurde die Bautätigkeit durch gemeinnützige Genossenschaften angekurbelt. So gründete sich im Frühjahr des Jahres die Siedlungsgenossenschaft „Eigenheim“ und baute zunächst in der Schützenallee (heute: Neu Zittauer Straße). Bereits 1921 konnten ihre Mitglieder die ersten 125 Häuser in der „Waldsiedlung“ – später Bahnhofsiedlung – beziehen. 

„Kurparksiedlung“ der Genossenschaft "Eigenheim" in der Schützenallee (heute Neu Zittauer Str.)
„Kurparksiedlung“, Schützenallee (heute
Neu Zittauer Str.)
Situationsplan der „Kurparksiedlung“, 1929
Situationsplan der
„Kurparksiedlung“
„Waldsiedlung“, heute Bahnhofsiedlung
„Waldsiedlung“, heute
Bahnhofsiedlung
Parzellenplan der Bahnhofsiedlung, 1932
Parzellenplan der
Bahnhofsiedlung
Rütgershäuser in der Berliner Straße
Rütgershäuser,
Berliner Straße

Der Bauboom kam durch die Inflation zum Erliegen und konnte erst durch die 1924 reichsweit eingeführte Hauszinssteuer für Besitzer von vor Mitte 1918 erbauten Häusern Fahrt aufnehmen. „Im Winkel“ entstanden bis 1925 sogenannte „Beamtenhäuser“ im Auftrag des Finanzministeriums. Ab 1922 wuchsen die „Rütgershäuser“ in der Berliner Straße für leitende Mitarbeiter der Bakelite und Rütgerswerke und konnten bis 1925 bezogen werden.

Wassersport-Kolonie Spree-Eck, 1937
Wassersport-
Kolonie Spree-Eck

1926 genehmigte die Gemeindevertretung den Bebauungsplan für das Gelände des späteren Wassersport-Kolonie Spree-Eck. Die Ansiedlungsgebühr betrug 20 Pfennig pro Quadratmeter. – Schon 1909 gab es Pläne zur Vermarktung dieses Geländes als „Villen-Colonie Erkner-Dämeritzsee“. Im Wanderführer „Schmidt’s REISE-ONKEL“ wurde dafür geworben:

„Die Terraingesellschaft Villen-Colonie Erkner-Dämeritzsee, G.m.bH. hat das letzte Viertel des Terrains, von der Beier’schen Dampfschneidemühle an bis zur Spree parzelliert. 140 Baustellen harren hier der Bebauung an bereits angelegten Straßen. Das Baugelände bildet durch eine weit vorspringende Landzunge in seinem nördlichen Teile eine tiefe Bucht. Hierdurch ist es möglich, 2 Drittel der Baugrundstücke direkt mit dem Wasser zu verbinden, wobei noch die herrliche Lage am ruhigen Dämeritzsee, gegenüber Colonie Hessenwinkel zu statten kommt.“

Ebenfalls 1926 wurde u.a. in der Friedrichstraße 39 ein Mehrfamilienhaus gebaut, in dem bald auch Carl Ehmke sein Lebensmittelgeschäft eröffnete.

GEWOBA-Häuser, Fichtenauer Weg
GEWOBA-Häuser,
Fichtenauer Weg

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Erkner eG (GEWOBA) gründete sich 1927 und begann mit dem Wohnungsbau am Fichtenauer Weg. 1931 wurden erste Wohnungen in der Ahornallee bezogen, wo 1938/39 ein weiterer Ausbau erfolgte.

1929 ließ die Reichspost an der Hessenwinkler Straße ein Beamtenwohnhaus errichten.

Die in der Buchhorster Straße 1929 begonnenen „Starenkästen“-Häuser konnten wegen der Weltwirtschaftskrise vor 1932 nicht fertiggestellt werden.

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