Neuanfang 1945

„Entnazifizierte“ Fibel, 1945
„Entnazifizierte“
Fibel, 1945

Ab April/Mai 1945 wurden viele NS-belastete Lehrer entlassen. Die wenigen unbelasteten oder 1933 entlassenen Lehrer konnten dies mit den nur minimal ausgebildeten Neulehrern zunächst kaum auffangen.
Auch an geeigneten Unterrichtsmaterialien fehlt es. So wurden z.B. die Fibeln zum Lesenlernen der 1. Klasse „entnazifiziert“, indem besonders NS-belastete Bilder oder Texte mit dem Bleistift „unkenntlich“ gemacht wurden.

Heinz W. Schulz erinnerte sich an die Zeit 1945-47:

„Trotz nachhaltiger Kriegsschäden, Reparationsleistungen und Konsequenzen für belastete Nationalsozialisten, trotz Hunger, Not und fehlender Lehrmittel wurden auch an der Volksschule, der Theodor-Fontane-Oberschule sowie für Berufsschüler in Erkner am 1. Oktober 1945 die Türen für die leidgeprüfte junge Generation geöffnet. Reaktivierte ältere Pädagogen, wie Rektor Paul Bork und Hildegard Zimnick, bildeten mit ansässigen und Berliner Fachkräften, mit Kriegsheimkehrern und lernwilligen Hilfs- und Neulehrern die ersten Kollegien. In den Klassen wurden einheimische und „Umsiedler“-Kinder zu Banknachbarn. …

Bescheidene Fortschritte, wie die Schulspeisung, Instandsetzungen, beheizte Räume, Erträge des Schulgartens, erste überarbeitete Lehrmaterialien, humanistische Literatur und ein überkommener Bechstein-Flügel wirkten ermutigend. Neu waren die Abschaffung der Prügelstrafe, die Koedukation von Jungen und Mädchen, die Förderung von Arbeiterkindern, die Formierung von Jugendgruppen und Sportvereinen, aber auch der zunehmende Stalinkult. Erstmals konnten Schüler in Erkner das Abitur ablegen. …“ (KA, 30.06.2004)

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