Krisenjahre 1920-1923

Bereits am 10. Januar 1920 war der Vertrag von Versailles in Kraft getreten. Mit ihm verschärfte sich die ohnehin schwierige politische Situation in den ersten Jahren der Weimarer Republik: Die Wirkungen der Reparationen und Inflation, die mangelnde Akzeptanz des neuen Staates in Teilen der Bevölkerung und zunehmender Extremismus belasteten die junge Demokratie.

Inflation 1922/23

Während 1919 in Erkner deutlich die gemäßigten demokratischen Parteien SPD (52 %) und DDP (28%) gewählt wurden, sind die folgenden Wahlen durch zunehmende Polarisierung gekennzeichnet. Zwar gelingt es der SPD bei fast allen Wahlen* bis Ende 1932 stärkste Partei zu werden, aber teilweise mit erheblichen Verlusten, zunächst an die USPD, dann die KPD. Die bisher behauptete Gründung einer KPD-Ortsgruppe in Erkner 1919 scheint aber fragwürdig, da selbst bei der Reichstagswahl am 6. Juni 1920 hier keine einzige Wählerstimme an sie ging. Erst mit dem reichsweiten Übertritt vieler USPD-Mitglieder zur KPD Ende 1920 scheint diese in Erkner eine breitere Basis erlangt zu haben.

Auch im bürgerlichen Lager trat zunehmende Differenzierung und auch Radikalisierung ein.

Wahlen zur Nationalversammlung bzw. zum Reichstag 1919-1933

* Für die Wahlen zur Gemeindevertretung 1919 und 1924 sind leider keine Stimmenzahlen aus Erkner überliefert, lediglich die sich daraus ergebende Sitzverteilung im Gemeindeparlament. Deshalb werden hier die für Erkner komplett vorliegenden Wahlergebnisse der Wahlen zur Nationalversammlung 1919 bzw. zum Reichstag ab 1920 zum Vergleich herangezogen.

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