Fluch und Segen – Arbeiten in Erkner
Auch zwischen 1914 und 1945 war Arbeit in Erkner sowohl Fluch als Segen. Die Einführung des Achtstundentags 1918 verbesserte die Arbeitsbedingungen, doch Kriege und Krisen führten zu Armut und Zwangsarbeit.
Oft handelte es sich um körperlich schwere und schmutzige Tätigkeiten, da der Einsatz von Maschinen und anderen Hilfsmitteln noch gering war. Erst allmählich steigerte sich der Mechanisierungsgrad mit dem Einsatz von Elektro- und Verbrennungsmotoren. Selbst in Geschäften oder Büros standen noch selten entsprechende Geräte wie Schreib- oder Rechenmaschinen zur Verfügung.
Während des Ersten Weltkriegs übernahmen Frauen verstärkt Männerberufe, wurden jedoch danach oft wieder verdrängt. Besonders während der Inflation 1923/24 und der Weltwirtschaftskrise ab 1929 wurde die existenzielle Bedeutung der Arbeit deutlich, da der dramatische Wertverfall der Einkommen bzw. der extreme Mangel an bezahlter Beschäftigung die Menschen stark belasteten.
In den 1930er Jahren förderte die Rüstungsindustrie in Erkner den Ausbau von Wohnsiedlungen, was die Einwohnerzahl und Beschäftigung steigen ließ. Bald wurden Zwangsarbeiter eingesetzt, was die dunkle Seite der Arbeitsrealität widerspiegelt.
Arbeit brachte wirtschaftliche Chancen, war jedoch oft mit Ausbeutung verbunden.

