Soldat Redigan aus Erkner
Soldat Redigan aus Erkner

Erkner im Krieg 1914-1918

Mit dem 1. August 1914 änderte sich auch in Erkner das gesamte Leben. Zwar hatte es in den Jahren zuvor immer wieder „Säbelrasseln“ zwischen den europäischen Mächten gegeben. So atmete der Allgemeine Anzeiger zu Pfingsten 1913 noch auf:

„Um Weihnachten starrte die Welt noch von Waffen, um Ostern schien der Weltkrieg nahegerückt, Pfingsten aber können wir diesmal aufatmend mitten im sicheren europäischen Frieden begehen.“

Mitte 1914 wurde die Lage jedoch massiv angespannt! Sicher gab es auch unter den Erkneranern euphorische Kriegsfreiwillige, wenn man z.B. an die Bedeutung des hiesigen Landwehr- bzw. Kriegervereins denkt. Ob aber wirklich die Massen so jubelnd an die Front strömten, wie es die bekannten Propagandafotos suggerieren sollten, darf wohl bezweifelt werden. Zwar hatten die meisten Männer durch die allgemeine Wehrpflicht eine militärische Ausbildung, es gab aber nur noch wenige mit Kriegserfahrung. Bald verflog der nationale Taumel durch Elend und Grausamkeiten des Kriegsalltags. Und dieser Krieg war längst nicht mehr vergleichbar mit den vorherigen vor über vierzig Jahren. Nicht nur, dass bald der „bunte Rock“ dem Feldgrau oder die lederne Pickelhaube dem Stahlhelm wich – dieser Krieg wurde immer stärker mechanisiert, motorisiert, letztendlich zum industrialisierten Massenmord!