Verhaftungen in Erkner
Die ersten Verhaftungen in Erkner meldete der AAE Ende Februar und dann verstärkt nach dem Reichstagsbrand Anfang März. Zunächst waren es alles Kommunisten.
Ab dem „Tag von Potsdam“ (Staatsakt zur Eröffnung des Reichstags) am 21. März 1933 wurde der Kreis der Verhafteten erheblich ausgeweitet, speziell auf SPD- und Gewerkschafts-Funktionäre. Dies geschah in aller Öffentlichkeit. Der AAE berichtete mit Namen über die Verhafteten aus Erkner und den Nachbarorten, auch über deren Verbringung in erste provisorische Konzentrationslager:
„Die Verhafteten wurden zunächst zum Adolf-Hitler-Haus (ehemalige Rosa-Luxemburg-Schule) nach Fichtenau gebracht und von dort mit einem Sammeltransport weitergeleitet. Sie sind nach dem Konzentrationslager in der Nähe von Oranienburg* gebracht worden.“ (AAE, 22.03.1933)
Solche Aktionen wurden mindestens bis zum Herbst gemeldet. Manche Verhaftete wurden bereits nach wenigen Tagen entlassen, andere erst nach Monaten. Einige wurden mehrfach eingesperrt.
In dieser Atmosphäre von Unsicherheit und Gewalt wurde auch in Erkner jeder politische Gegner aus- oder gleichgeschaltet.
Liste der 1933 in Erkner Verhafteten
Am 24. März trugen diese Einschüchterungen auch dazu bei, dass im Reichstag die meisten Abgeordneten Hitlers „Ermächtigungsgesetz“ und damit dessen Diktatur billigten – außer den Sozialdemokraten. Die Kommunisten waren verboten, verhaftet oder im Untergrund.
Unmittelbar nach dem 1. Mai, den die NSDAP geschickt für sich vereinnahmte, wurden auch in Erkner die Gewerkschaften eliminiert. Das Vermögen von SPD, Reichsbanner und Arbeiter-Samariter-Kolonne wurde beschlagnahmt. Infolge der „Köpenicker Blutwoche“ ab dem 21. Juni 1933 wurde die SPD verboten. Alle anderen Parteien hatten „sich selbst aufgelöst“ oder der NSDAP unterstellt. Am 14. Juli 1933 wurden mit dem „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ alle Parteien neben der NSDAP verboten.
* Das am 21. März 1933 nördlich von Berlin eingerichtete Konzentrationslager Oranienburg war das erste in Preußen. Es wurde von der lokalen SA-Standarte 208 auf einem ehemaligen Brauereigelände im Zentrum der Stadt eingerichtet. Es ist nicht identisch mit dem 1936 eingerichteten KZ Sachsenhausen am Stadtrand Oranienburgs!

