Krankheit und Tod

Krankheiten und Epidemien

Der Gesundheitszustand nicht nur der Kinder Erkners war katastrophal. Immer wieder berichtet der Autor der Schulchronik – wahrscheinlich Rektor Klemmer – über diverse Krankheitswellen, von Ruhr über Diphtherie bis Tuberkulose und Cholera.

Im auffallenden und auch kaum glaubhaften Gegensatz dazu steht eine Meldung der in Friedrichshagen erschienenen NZ vom 20. März 1918:

NZ, 20.03.1918
NZ, 20.03.1918

„Erkner. Die schulärztliche Untersuchung der Schulkinder der hiesigen Gemeindeschule zeigte wider Erwarten ein sehr erfreuliches Ergebnis. Der Gesundheitszustand war ein guter, die Durchschnittsgewichte der Schüler wie Schülerinnen der einzelnen Klassen war ganz normal, die Gewichtszunahme entsprach den Friedenszeiten, sodaß die Ernährung trotz der Rationierung der Lebensmittel noch nicht gelitten hat.“

Erste Grippewelle

NZ, 02.07.1918
NZ, 02.07.1918

Im Frühsommer 1918 trat ein völlig neues Phänomen auf: die Grippe. Zahlreiche Betriebe mussten zumindest teilweise schließen, viele Schulen klassenweise oder auch ganz. Mit den Sommerferien gingen die Zahlen deutlich zurück, so dass man sich lt. den Zeitungen sicher war, diese Epidemie in den nächsten Wochen überstanden zu haben. Aber der September und Oktober wurden umso schlimmer!

Tote und Verwundete

Gefallenen-Gräber auf dem Friedhof Erkner
Gefallenen-Gräber auf
dem Friedhof Erkner

Selbst der sonst so kaisertreue Hermann Spindler wünschte sich anlässlich seines 70. Geburtstags Anfang 1918, „dass der furchtbare Krieg, der so viele Wunden geschlagen und der mir auch meinen ältesten und meinen jüngsten Sohn genommen hat …“ bald vorbei sein möge. Sein Sohn Richard war Mitte August 1915 gefallen.

Bereits am 22. August 1914 hatte der Schlosser August Ludwig als erster Soldat aus Erkner sein Leben lassen müssen.

Gefallene des 1. Weltkriegs aus Erkner

Gefallenen-Ehrenmal
Gefallenen-Ehrenmal

In diesem Weltkrieg (noch wurden sie nicht nummeriert) fielen an den Fronten 131 Männer aus Erkner, 10 galten als vermisst. Bis 1922 erlagen weitere 16 ehemalige Soldaten ihren Kriegsverletzungen. Warum statt dieser 157 namentlich erfassten Opfer auf dem 1928 eingeweihten Gefallenen-Ehrenmal am Hohenbinder Weg „nur“ von 152 die Rede ist, bleibt unklar. Einige Familien wurden besonders hart getroffen. In der Liste der Gefallenen tauchen jeweils zweimal die Namen Brüning, Grabow, Grimm, Jachade, Mai, Obst, Ring, Schmidt, Schrabback, Sprung, Steuer und Wegener auf. Sogar dreimal traf es die Familien Krüger und Rengel!

Die Anzahl der Verwundeten Erkneraner lässt sich nicht mehr ermitteln! Ob sie in diesem Grauen überhaupt erfasst wurde?

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