Ab dem 22. April 1945
Bereits am 22. April gab es Anfänge einer neuen Verwaltung in Erkner, um die Lage zu normalisieren. Dringend erforderlich war die Einrichtung von Lazaretten. Die Lebensmittelversorgung und die Unterbringung hunderter Flüchtlinge täglich wurden bald zu großen Problemen.
Viele der ehemaligen NS-Funktionsträger Erkners waren rechtzeitig geflohen. Trotzdem kam es zu – nicht immer berechtigten – Verhaftungen.
Von der „Kommandantura“, die der sowjetische Ortskommandant Gardeoberstleutnant Sanin zunächst in der Berliner Straße 1 einrichten ließ, wurde wenige Stunden nach der Besetzung der ehemalige Schulleiter der Gemeindeschule Paul Bork als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt, dem wenige Tage später der frühere Lehrer Franz Dames folgte.
Zahlreiche Aufgaben lagen in den Händen der Erkneranerinnen, da viele Männer nicht aus dem Krieg zurückgekehrt oder in Gefangenschaft waren.
Ab dem Nachmittag des 2. Mai schwiegen auch in Berlin die Waffen. In der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 endete mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht in Berlin-Karlshorst nach fast 6 Jahren der 2. Weltkrieg in Europa und damit nach gut 12 Jahren das „Tausendjährige Reich“, die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland! Unter dramatischen Bedingungen wurde ein Neuanfang möglich. Aber das einst blühende Erkner war kaum wiederzuerkennen!
