Kriegsende 1945

Spätestens mit dem 8. März 1944 hatte der Krieg wohl alle Erkneraner eingeholt. Aber er sollte noch „totaler“ werden. Frauen, Jugendliche und Alte hatten schon viele Aufgaben in Wirtschaft und öffentlichem Leben übernommen – soweit dies nicht mit Zwangsarbeitern geschah. Jetzt wurden sie auch für die Anlegung von Panzersperren, Schützenlöchern und anderen Abwehranlagen herangezogen. In Erkner wurde seit Februar 1945 am Bahndamm, an den Ausfallstraßen und am Flaken- und Dämeritzsee massiv „geschanzt“. Anfang Februar erreichte die Rote Armee die Oder.

Gemäß der am 9. März 1945 in Kraft gesetzten Verteidigungsplanung Berlins, sollte Erkner ein Stützpunkt der „Äußeren Sperrzone“ der 4 Verteidigungsringe um das Regierungsviertel sein. An den natürlichen Hindernissen, wie Seen, Flüssen und Kanälen, sollte der sowjetische Vormarsch gestoppt und Erkner durch die Sprengung aller Brücken zur Sackgasse werden. Durch den anschließenden Artilleriebeschuss wäre Erkner endgültig zerstört worden!

Die Brückensprengungen konnten zwar nicht verhindert werden, aber der geplante Häuserkampf und Artilleriebeschuss durch das beherzte Eingreifen einer kleinen illegalen Gruppe rund um die Hauptmänner Baumert und Dummersdorf.

Die „ersten Russen“ wurden am späten Vormittag des 21. April 1945 aus Richtung Hohenbinde gesichtet. Ob dem wirklich eine „kampflose Übergabe“ folgte, ist zumindest im rechtlichen Sinne eher unwahrscheinlich, wohl aber eine halbwegs kampflose Besetzung. Trotzdem waren dabei zahlreiche Opfer zu beklagen, vor allem auch durch viele Selbsttötungen! Auch von zahlreichen Übergriffen, Plünderungen und Vergewaltigungen wurde berichtet.

Versuch einer Rekonstruktion:
Kriegsende 1945 in der Region Erkner

Nur wenige Dokumente und schriftliche Augenzeugenberichte erhellen die Gescheh­nisse des Kriegsendes in Erkner. Einige Zeitzeugen-Berichte, deren erschütternde Erlebnisse von Schülern des Carl-Bechstein-Gymnasiums Erkner wiedergegeben werden, finden Sie hier:

Zeitzeugen-Berichte

Unser Blick geht über das Geschehen in Erkner hinaus in die Region, denn viele Vorgänge lassen sich wahrscheinlich ähnlich auch auf unseren Ort übertragen.

Für diesen Versuch einer Rekonstruktion der Ereignisse um den 21. April 1945 kann keine Garantie übernommen werden – im Gegenteil! Er soll zur Überprüfung anregen und zur Diskussion einladen.

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