Folgen der Weltwirtschaftskrise in Erkner
Inzwischen hatte sich auch in Erkner die einsetzende Weltwirtschaftskrise bemerkbar gemacht. So musste schon im Dezember 1929 das seit 1924 in Woltersdorf und Erkner ansässige Bankhaus Haller & Co. Konkurs anmelden. Zu diesem „Erkner Bankkrach“ (AAE, 13.12.1929) war es gekommen, da Herr Wilhelm Haller aus Woltersdorf durch Börsenspekulationen sein Vermögen verloren hatte.
Auf der Baustelle der 19 Einfamilienhäuser in der Buchhorster Straße wurden für über zwei Jahre die Arbeiten eingestellt.
Zum Massenproblem wurde die Arbeitslosigkeit mit all ihren Folgen. So stieg die Arbeitslosenzahl von 171 Mitte Oktober 1929 auf 751 im März 1930 und 1068 im März 1931. In der Gemeindevertretung wurde heftig über Unterstützungsmaßnahmen diskutiert. Zum Beispiel über Gemeinschaftsküchen oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, wie den Bau von Tennisplätzen am Sportplatz.
So konnte auch mit Unterstützung der Gemeinde und viel Eigenleistung 1932 die Kleinsiedlung am Karutzberg für und durch 50 Erwerbslosenfamilien errichtet werden, der Ursprung von Karutzhöhe. Selbst die Pläne für den Bau des Gosener Kanals mit Arbeitslosen von 1919 wurden jetzt – auch in Vorbereitung der Olympiade – wieder aufgegriffen.
* Quelle: AAE; eigene Grafik; nach Januar 1932 sind im AAE keine Arbeitslosenzahlen explizit für Erkner mehr zu finden.
2. Amtszeit für Lübkes?
Da am 20. Januar 1932 die zwölfjährige Amtszeit des Amts- und Gemeindevorstehers Lübkes endete, gab es in der Gemeindevertretung ab September 1931 heftige Diskussionen über das weitere Vorgehen. Während die Bürgerlichen für die Wiederwahl eintraten, stimmten SPD und KPD zunächst für eine Neuausschreibung der Stelle. Nach einer großen Mitgliederversammlung stimmten allerdings Erkners SPD-Abgeordnete doch für die Wiederwahl.
Bruno Lübkes trat am 20. Januar 1932 seine zweite Amtsperiode als besoldeter Gemeindevorsteher mit gesetzmäßig zwölfjähriger Amtsdauer an.


