Ende des Ortsparlaments

„Das Ende des Ortsparlaments. Die Gemeindevertretung ist aufgelöst
… Der Gemeindevorsteher führt die Gemeindegeschäfte weiter bis zur Amtsübernahme durch den neuen Gemeindevorstand.“

Mit dieser Meldung im AAE vom 6. Februar 1933 spiegelt sich der politische Bruch auch auf der Gemeindeebene wider. Aber mit der Ansetzung von Neuwahlen am 12. März schien vorerst die demokratische Legitimität gewahrt.

Zunächst wurde „dem Gemeindevorsteher Lübkes … der Vorsitzende der NSDAP-Ortsgruppe Erkner, Robert Klentz-Hohenbinde“ zur Überwachung an die Seite gestellt. In den folgenden Wochen entfernte man alle SPD- bzw. KPD-Angehörigen aus der Verwaltung.

AAE, 07.03.1933: Kandidatenlisten zur Wahl am 1.03.1933
AAE, 07.03.1933:
Kandidatenlisten

Für die Gemeindewahl wurden bis Ende Februar fünf Wahllisten eingereicht, darunter auch von der KPD und der „Eisernen Front“, einem Bündnis der SPD mit Gewerkschaften und Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold.

Noch bemühten sich viele bürgerliche Kräfte in Erkner um ihre Eigenständigkeit gegenüber der NSDAP und stellten eigene Kandidaten auf, wie das katholische Zentrum. Dieses wollte auch nicht mit der DNVP kooperieren, die mit dem Stahlhelm als „Kampffront Schwarz-Weiß-Rot“ antrat. Trotz politischer Nähe zur NSDAP (siehe Aufruf im AAE vom 3. März) stellte diese Kampffront auch eine eigene Kandidatenliste auf.

  • ZA AAE, 22.02.1933: Aufruf Eiserne Front! Wahlkundgebung
  • ZA AAE, 03.03.1933: Aufruf: „Das erwachende Deutschland! Kundgebung der nationalen Verbände …“ mit Liste der Einberufer

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