Militärische Planungen 1945
„Festung Berlin“
Auch wenn es immer noch viele nicht wahrhaben wollten: Der Feind stand fast vor der Haustür. Ende Februar 1945 hatte die Rote Armee die Oder erreicht, das letzte große natürliche Hindernis vor Berlin. Bei Küstrin und Fürstenberg bestanden sogar erste Brückenköpfe auf dem Westufer.
Der Abwehrkampf sollte sich auf die Seelower Höhen konzentrieren, das Oderbruch geflutet werden. Ein anschließendes dreistufiges Verteidigungssystem konnte oft nur in Ansätzen hastig umgesetzt werden.
Im dritten, westlichsten Verteidigungsstreifen sollte der „gegnerische Durchbruch in die Tiefe des Raums endgültig“ verhindert werden. Diese „Wotan-Stellung“ verlief etwa auf der Linie Schwielochsee – Fürstenwalde – Müncheberg – Eberswalde, also über 25 km vor Erkner.
Das am 1. Februar zur Festung erklärte Berlin sollte ebenfalls tiefgestaffelt in mehreren Ringen rund um das Regierungsviertel „bis zum letzten Mann“ verteidigt werden. Und große Teile von Erkner, Woltersdorf und Rüdersdorf lagen vor dem äußersten dieser Ringe, sozusagen direkt vor der „Festungsmauer“.
Die langgestreckte Seenkette von den Dahmeseen über Dämeritz- und Flakensee bis zum Stienitzsee sollte hier als natürliches Hindernis an den Westufern ausgebaut und verteidigt werden.
Am 9. März 1945 wurde der „Grundlegende Befehl für die Vorbereitungen zur Verteidigung der Reichshauptstadt“ erlassen, mit weitreichenden Folgen nicht nur für Erkner.

