Durchsetzung der Macht 1933
Mit aller Gewalt
Wie alle Reichskanzler seit Frühjahr 1930 konnte sich auch nach der Wahl am 6. November 1932 keiner auf eine Mehrheit im Reichstag stützen. Diese sogenannten Präsidialkabinette regierten mit Hilfe von Notverordnungen des Reichspräsidenten.
Das änderte sich auch mit Hitlers Machtantritt am 30. Januar 1933 zunächst nicht! Aber auf Druck Hitlers löste Hindenburg bereits am 1. Februar den Reichstag auf und setzte für den 5. März Neuwahlen an. In diesen gut vier Wochen wurden schon erhebliche Tatsachen geschaffen, nicht nur zur Behinderung der Wahlvorbereitungen der politischen Gegner.
Am 2. Februar 1933 setzten in Erkner „polizeiliche Aktionen gegen Führer und Funktionäre der Ortsgruppe Erkner der kommunistischen Partei“ ein. Solche Haussuchungen folgten in den nächsten Wochen immer wieder, bald auch verbunden mit Verhaftungen.
Schon am 14. Februar beklagten Bürger Erkners lt. AAE, dass sich SA-Leute „Polizeibefugnisse anmaßen“ würden, die sich besonders im Sturmlokal Bürgergarten an der Straßenbrücke zur Überwachung der Gemeinde und ihrer Einwohner eingerichtet hatten. Offiziell bekamen SA, SS und Stahlhelm diese Rolle erst am 22. Februar übertragen, indem Göring als kommissarischer Innenminister Preußens diese zur Hilfspolizei erklärte. Kurz zuvor hatte er die Polizei zur „Förderung der nationalen Bewegung“ verpflichtet: „Gegen kommunistische Terrorakte und Überfälle ist mit aller Strenge vorzugehen und, wenn nötig, rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch zu machen“.
Diese Maßnahmen führten zu einer Zunahme der Gewalt. Der AAE berichtete z.B. über „blutige Zusammenstöße“ am 17. Februar in der Woltersdorfer Landstraße und am 3. März sogar von einem durch SA-Hilfspolizei im Kurpark angeschossenen Kommunisten. Dessen bereits berichteter Tod musste später aber dementiert werden.
* Die ersten SA-Männer 1929. Von links: Hermann, Pfeil, Bernecker, Gransow u. Karl Merker. (AAE, 06.08.1938 zum 10-jährigen Bestehen der NSDAP-Ortsgruppe in Erkner)


